Woche 42: Deut­li­cher Ver­kaufs­über­hang

Nach­dem in den Vor­wo­chen im Hin­blick auf das Han­dels­vo­lu­men meist Käufe vorne lagen, brach­ten in der Berichts­wo­che die Ver­käufe mehr Euros auf die Waage: Vom Umsatz in unse­rem Depo­t­aus­schnitt der Woche Nr. 42 in Höhe von 0,72 Mio. Euro ent­fie­len 0,24 Mio. auf Käufe und 0,48 Mio. auf Ver­käufe. Das war vor allem auf den Ver­kaufs­über­hang bei Fonds zurück­zu­füh­ren.

Aktien steu­er­ten zum Wochen­um­satz 0,50 Mio. Euro bei, gefolgt von Fonds mit 0,14 Mio. Euro und Deri­va­ten mit 0,08 Mio. Euro.

1-​​Monats-​​Favoriten

Die 5 meist­ge­kauf­ten Aktien der letz­ten vier Wochen WKN
1.Amphe­nol Corp. 882749
2.Rolls-​​RoyceA1H81L
3.SLB N.V. 853390
4.Proc­ter & Gam­ble Co., The 852062
5.ASML Holdg. N.V. A1J4U4

Abso­lu­tes High-​​End-​​Produkt über­zeugt noch nicht: ASML

ASML war in der Berichts­wo­che kein Kauf in unse­rem Depo­t­aus­schnitt, die Aktie rückte viel­mehr auf­grund des wei­ter­wan­dern­den Zeit­fens­ters, gewis­ser­ma­ßen „pas­siv“, unter die first five der Akti­en­fa­vo­ri­ten im 1-​​Monats-​​Zeitraum. Der nie­der­län­di­sche Lithographiesysteme-​​Spezialist mit Mono­pol­stel­lung im High-​​End-​​Bereich ver­öf­fent­lichte am 14. Okto­ber 2026 seine jüngs­ten Zah­len.

Die bewer­te­ten Markt­be­ob­ach­ter zwar als stark, auch wurde die Pro­gnose für 2026 ange­ho­ben. Den­noch gab der Kurs der ASML-​​Aktie nach Zah­len kräf­tig nach mit zumin­dest tem­po­rär nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den gesam­ten Halb­lei­ter­sek­tor.

Betrach­tet man die ASML-​​Aktie im Kon­text ihrer Okto­ber­ent­wick­lung, dann setzte sich mit dem jüngs­ten Rutsch nur der seit 6.10. zu beob­ach­tende fal­lende Trend fort. Eine Zeit­skala höher (Monate im lau­fen­den Jahr) bewegt sich die ima­gi­näre Trend­ge­rade bei Betrach­tung mit blo­ßem Auge seit Juni seit­wärts, zuvor folgte sie einem Auf­wärts­trend.

Einer unter meh­re­ren län­ger­fris­ti­gen Aspek­ten, die Beob­ach­ter der­zeit etwas skep­ti­scher auf die Aktie bli­cken las­sen, ist, dass Groß­kun­den wie TSMC gegen­wär­tig wohl beim neuen High-​​NA-​​Lithographiesystem etwas zurück­hal­ten­der sind, weil der wirt­schaft­li­che Nut­zen einer Anschaf­fung umstrit­ten ist. Denn bei 400 Mil­lio­nen Euro pro Maschine ver­zich­ten auch die Rie­sen unter den Chip­her­stel­lern nicht auf eine Kosten-​​Nutzen-​​Kalkulation – zumal diese Rech­nung ska­le­n­in­va­ri­ant ange­wandt wer­den sollte.

3-​​Monats-​​Favoriten

Die 5 meist­ge­kauf­ten Wert­pa­piere der ver­gan­ge­nen drei MonateWKN
1.Amphe­nol Corp. 882749
2.Proc­ter & Gam­ble Co., The 852062
3.Apple Inc. 865985
4.Rolls Royce PLC A1H81L
5.Bank of Ame­rica Corp. 858388

Bank of Ame­rica dop­pelt abge­straft: Zuerst vom Staat, dann vom Markt

Aktien der Ban­ken­bran­che haben in den USA in der Berichts­wo­che zuge­legt, denn etli­che der gro­ßen Häu­ser haben ihre Quar­tals­da­ten der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt und die Markt­teil­neh­mer über­zeugt. Dar­un­ter waren: die größte US-​​Bank JPMor­gan Chase, Citi­group und Gold­man Sachs. Dem­ent­spre­chend klet­terte der Preis der Aktien die­ser Finanz­in­sti­tute nach oben.

Nach unten ging es hin­ge­gen für die Aktie der Bank of Ame­rica, die sowohl beim Umsatz wie auch beim Gewinn die Ana­lys­ten ent­täuscht. Dazu trug eine uner­war­tet hohe Strafe für schon län­ger behörd­lich monierte Defi­zite beim Kampf gegen Geld­wä­sche und bei der Exe­ku­tion bzw. –Kon­trolle von poli­ti­schen Sank­tio­nen bei. Die Compliance-​​Mängel kos­te­ten die Bank 1,21 Mil­li­ar­den USD, was die dritt­höchste Straf­zah­lung die­ser Art in den USA sein soll.

Auch geriet CEO Brian Moy­ni­han in die Kri­tik, weil er das Aus­maß des Rück­gangs im Tra­ding am Markt nicht adäquat kom­mu­ni­ziert habe, son­dern im Vor­mo­nat noch höhere Erwar­tun­gen genährt habe. Offen­bar lief es im tra­di­tio­nel­len „Main Street“-Geschäft (Ein­la­gen, Kre­dite, Ver­mö­gens­ver­wal­tung) sehr gut, aber im „Wall Street“-Geschäft (Han­del) lief es weni­ger gut und die hohe Strafe wegen Compliance-​​Defiziten kam uner­war­tet. Die Aktie der BoA ver­lor vor Bör­sen­be­ginn zunächst rund 8 Pro­zent (von knapp 54 USD auf 49,5 USD), am Ende des 14. Okto­ber betrug der Kurs­rutsch dann um die 5 Pro­zent. Aktu­ell (20.10.) notiert die Aktie bei 50,6 USD.