Verkäufe
Zum Jahresende, so heißt es, werden vor allem Werte verkauft, die Verluste produziert haben. Um das Fenster zum Depot möglichst glanzvoll erscheinen zu lassen, präsentierten Verwalter am liebsten ein Depot voller Gewinner und richtiger Handelsentscheidungen. Die Verlierer lässt man dieser Hypothese zufolge dann im Orkus der Vergangenheit verschwinden.
Ob und wie stark Window-Dressing wirklich die Handelsentscheidungen der Verwalter prägt ist Anlass für viele und immer wiederkehrende Diskussionen. Ein Blick auf die Verkaufsstatistik der vergangenen Woche vermag die These eher nicht zu stützen. Weniger als die Hälfte der verzeichneten Verkäufe wurden mit einem Minus abgeschlossen. Ein Frankfurter Haus konnte etwa durch die Bank schöne Gewinne mit ihren Verkaufsaktivitäten einfahren. Ja, auch einige deutliche Verluste, etwa mit dem Verkauf eines Emerging Markets-Fonds durch eine Düsseldorfer Adresse passt in die Windows-Dressing-These, aber wirklich überzeugend sind die Indizien zusammengenommen nicht.

