Die Verkäufer der Berichtswoche bestätigen den Trend, Anlagen nach Europa zurückzuziehen. Kauften die Entscheider schon im Aktien– und Anleihenbereich Europa, so verkauften sie laut den Umsatzlisten aus der vergangenen Woche auffällig viele US-Werte. Der Move hat viele Gründe. Einer ist sicher die Ankündigung der FED, sich mit weiteren Zinserhöhungen vorerst zurückzuhalten. Die im Detail informierte US-Notenbank würde das wohl kaum machen, wenn sie nicht um die US-Konjunktur fürchten würde. Das Signal haben Deutschlands Vermögensverwalter genutzt und etwa Microsoft, Imperial, Disney oder Prudential verkauft.
Aus einer ganzen Reihe von Depots wurde auch die Deutsche Börse abgegeben. Die Verwalter haben (bei einem Kurs von mehr als 78 Euro) einen Gewinn realisiert, der sich aus dem Auf und Ab im Zuge der geplanten Fusion mit der Londoner LSE ergeben hat. Das Handelsblatt schreibt dazu mit Verweis auf einen Analysten: „Die NORDLB hat das Kursziel für Deutsche Börse im Zuge der geplanten Fusion mit der LSE von 75 auf 78 Euro angehoben und empfiehlt, das Aktientausch-Angebot anzunehmen. Mit dem Zusammenschluss der beiden Börsenbetreiber entstünde ein führender, globaler Marktinfrastruktur-Anbieter, schrieb Analyst Michael Seufert in einer Studie vom Dienstag. Auch wegen des nicht unerheblichen Synergiepotenzials wäre die Transaktion positiv. Einen möglichen Brexit sieht er unkritisch, da das Gemeinschaftsunternehmen mit Frankfurt weiterhin ein Standbein in der EU hätte.“

