Opti­mis­ten gleich Pes­si­mis­ten

Auf der Kauf­seite grif­fen die Depot­ma­na­ger in der ver­gan­ge­nen Woche zu euro­päi­schen und ame­ri­ka­ni­schen Titeln. Auch auf der Ver­kauf­seite herrsch­ten diese bei­den Regio­nen vor. Von Schwel­len­län­dern las­sen die von uns beob­ach­te­ten Inves­to­ren (im Moment noch) die Fin­ger. Auch Japan kommt nicht vor. Ganz zu schwei­gen von den soge­nann­ten Fron­tier Mar­kets die seit Mona­ten allen­falls eine peri­phere Rolle bei der Depot­ge­stal­tung spie­len.

Warum die USA und Europa sowohl von Käu­fern als auch von Ver­käu­fern zuerst genannt wer­den? Weil hier eini­ges Spitz auf Knopf steht.

In Europa stellt sich akut die Frage, ob der Kon­ti­nent in eine Rezes­sion abglei­tet. Der Fall Grie­chen­land ist nach wie vor unge­löst. Die Kri­tik an Draghi ob sei­ner unge­brems­ten und erkenn­bar zuneh­mend wir­kungs­lo­sen Poli­tik nimmt wei­ter zu. 2016 05 Vrr

Und dann steht der Brexit vor der Tür, der eine latente Gefahr dar­stellt (und inso­fern den Pes­si­mis­ten in die Karte spielt), auch wenn die Befür­wor­ter die Mehr­heit haben (und damit im Sinne der Opti­mis­ten für ein pro­eu­ro­päi­sches Signal sor­gen könn­ten.

In den USA sehen man­che Ver­wal­ter, mit denen wir in der letz­ten Woche gespro­chen haben, den Keim einer neuen Krise ent­ste­hen. Der Auf­schwung, so das Argu­ment, sei nicht ordent­lich basiert. Das zeige sich etwa an Stun­den­löh­nen der neu ent­stan­de­nen Jobs im Drei-​​Dollar-​​Bereich.

Die US-​​Banken, so lau­tet eine andere Ansicht, die wir hör­ten, hät­ten schon wie­der eine Menge neuer fau­ler Kre­dite in den Büchern. Das Stich­wort hier lau­tet Roh­stoff– und ins­be­son­dere Ener­gie­sek­tor mit der kran­ken Fracking-​​Industrie.

Der Vor­teil der USA besteht zur Zeit allein darin, dass die Bewer­tun­gen der dor­ti­gen Unter­neh­men noch deut­lich güns­ti­ger aus­fal­len als die in Europa, wes­we­gen in den Ver­kaufs­rang­lis­ten vor allem euro­päi­sche Aktien stan­den.