Optimisten gleich Pessimisten
Auf der Kaufseite griffen die Depotmanager in der vergangenen Woche zu europäischen und amerikanischen Titeln. Auch auf der Verkaufseite herrschten diese beiden Regionen vor. Von Schwellenländern lassen die von uns beobachteten Investoren (im Moment noch) die Finger. Auch Japan kommt nicht vor. Ganz zu schweigen von den sogenannten Frontier Markets die seit Monaten allenfalls eine periphere Rolle bei der Depotgestaltung spielen.
Warum die USA und Europa sowohl von Käufern als auch von Verkäufern zuerst genannt werden? Weil hier einiges Spitz auf Knopf steht.
In Europa stellt sich akut die Frage, ob der Kontinent in eine Rezession abgleitet. Der Fall Griechenland ist nach wie vor ungelöst. Die Kritik an Draghi ob seiner ungebremsten und erkennbar zunehmend wirkungslosen Politik nimmt weiter zu. 
Und dann steht der Brexit vor der Tür, der eine latente Gefahr darstellt (und insofern den Pessimisten in die Karte spielt), auch wenn die Befürworter die Mehrheit haben (und damit im Sinne der Optimisten für ein proeuropäisches Signal sorgen könnten.
In den USA sehen manche Verwalter, mit denen wir in der letzten Woche gesprochen haben, den Keim einer neuen Krise entstehen. Der Aufschwung, so das Argument, sei nicht ordentlich basiert. Das zeige sich etwa an Stundenlöhnen der neu entstandenen Jobs im Drei-Dollar-Bereich.
Die US-Banken, so lautet eine andere Ansicht, die wir hörten, hätten schon wieder eine Menge neuer fauler Kredite in den Büchern. Das Stichwort hier lautet Rohstoff– und insbesondere Energiesektor mit der kranken Fracking-Industrie.
Der Vorteil der USA besteht zur Zeit allein darin, dass die Bewertungen der dortigen Unternehmen noch deutlich günstiger ausfallen als die in Europa, weswegen in den Verkaufsranglisten vor allem europäische Aktien standen.
