Umschaltung
Die Umsätze der Verwalter bleiben eher im Bereich ruhiger Wochen. 2,53 Prozent der gemeldeten Depots wurden in der Berichtswoche umgesetzt. Am meisten war – man staune – bei den Derivaten los. Für insgesamt über fünf Millionen Euro wurden die abgeleiteten Wertpapiere gehandelt. Das hat es lange nicht gegeben, dass Derivate in der Umsatzstatistik die Kategorie mit den größten Bewegungen waren. Deutet sich damit schon ein Wandel an, weil jetzt zu diesem frühen Zeitpunkt Extrachancen noch auf diese Weise gesucht werden, um dann später „depotbreiter“ einzusteigen? Oder werden hier Sicherhungsleinen eingezogen, die den Ritt in die neue Marktphase flankieren sollen?
Für eine Offensive spricht auch, dass anders als im vergangenen Newsletter jetzt auch der Aktienhandel wieder lebhafter wird und mit 5,2 Millionen Euro nur knapp hinter dem Geschehen bei den Derivaten zurückbleibt.
Das Transaktionsvolumen an Anleihen, der dominanten Anlageklasse der vergangenen Wochen, macht heuer nur 3,6 Millionen Euro aus. Mit einem durchschnittlichen Depotanteil von über 46 Prozent ist aber auch so etwas wie eine Sättigungsgrenze erreicht.
Aktien im Kommen?
Auch die jüngsten Bewegungen der Depotquoten bestärkt uns in unserer Erwartung einer breiteren Erholung. Seit vier Wochen steigt die Aktien-Quote nun schon an. Am Anfang war dafür die Erholung an den Märkten, also der Kurseffekt verantwortlich. Jetzt aber macht sich mehr und mehr der Mengeneffekt, also zunehmende Käufe und ein Kaufüberhang, bemerkbar. Wir klopfen wieder an die 30 Prozent Marke an und werden die wohl in den nächsten Wochen auch knacken. Umgekehrt sinkt die Liquiditätsquote wieder. Sie ist in der Berichtswoche erstmals seit Ende Januar wieder unter zehn Prozent gesunken. Insbesondere die Auflösung der Cash-Bestände spricht aus unserer Sicht für eine Wende, die eher tiefgreifender Natur ist.
Spannend zu beobachten ist nach den heftigen Umsätzen in der Berichtswoche selbstverständlich auch die Derivatequote. Die sich in einem langfristigen Sinkflug befindliche Größe ist mittlerweile bei unter 15 Prozent angekommen. Die Umsätze der vergangenen Woche konnten daran nichts wesentliches ändern. Die Quote bewegte sich kaum nach oben. Bis in den Bereich von knapp unter 20 Prozent ist es noch ein weiter Weg.

