Mit 1,61 Pro­zent der gemel­de­ten Depots (und die mach­ten auch nur etwa 0,5 Mil­li­ar­den Euro aus), war das Umsatz­vo­lu­men eines der schwächs­ten im gan­zen Jahr. Und das vor einem Ereig­nis, dass alle ande­ren The­men von der Pressemeldungs-​​Agenda ver­drängt hat, dem Brexit. Ins­ge­samt beob­ach­te­ten wir Trans­ak­tio­nen von nicht ein­mal sie­ben Mil­lio­nen Euro. Auf Aktien und Anlei­hen ent­fie­len dabei unge­fähr fünf Mil­lio­nen Euro. Zer­ti­fi­kate konn­ten immer­hin noch rund 1,5 Mil­lio­nen Euro auf sich ver­ei­ni­gen. Der Umsatz ver­teilte sich aller­dings nur auf einige wenige Trans­ak­tio­nen.

Erstaun­lich: Wie hoch kann die Anlei­hen­quote noch stei­gen. Die Man­dan­ten der Ver­mö­gens­ver­wal­ter sind mitt­ler­weile fast mit der Hälfte ihres Ver­mö­gens in Anlei­hen inves­tiert – in einer Null­zins­phase! Was ist los?

Steht ein Ein­bruch am Akti­en­markt bevor oder locken die guten Erträge der Ver­gan­gen­heit wei­ter in die Fest­ver­zins­li­chen? Ein­fach lässt sich, so auch Ver­wal­ter, mit denen wir seit Mona­ten über das Phä­no­men reden, diese Frage nicht beant­wor­ten. Wir kön­nen aus dem Gehör­ten nur das wie­der­ge­ben: Lang­fris­tig gibt es immer wie­der Gesprä­che mit Kun­den, sich doch dem Akti­en­markt wei­ter zu öff­nen.

 

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Die Kun­den, die das nicht woll­ten, sind bis­lang aber nicht so schlecht mit ihrer ‚Ver­wei­ge­rungs­hal­tung‘ gefah­ren. Denn die Kurs­ge­winne haben Anlei­hen­in­ves­to­ren in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gute Ren­di­ten beschert. Die Ein­fluss­mög­lich­keit der Ver­wal­ter, so sagte es in der Vor­wo­che ein Pri­vate Ban­ker aus Mün­chen, sei mit die­sem Hin­ter­grund ten­den­zi­ell gesun­ken. Die Situa­tion bedeu­tet auch: Mög­li­che Ver­luste im Anlei­hen­be­reich gehen jetzt eher ‚auf die Kappe‘ der Kun­den, wäh­rend Akti­en­ver­luste noch stär­ker den Ver­wal­tern ange­krei­det wür­den. Man darf aller­dings mit Blick auf die stei­gen­den Anlei­hen­an­teile auch kon­sta­tie­ren, dass nicht wenige Depot­ma­na­ger noch zins­tra­gende Titel im Non-​​Investmentgrade-​​Bereich fin­den und damit auch noch aus­kömm­li­che Ren­di­ten dar­stel­len kön­nen.

Neben die­sen mit­tel– und lang­fris­ti­gen Grün­den für hohe Anlei­hen­quo­ten in der Null­zins­phase gibt es auch einen kurz­fris­ti­gen Effekt, näm­lich dem der Kurs­an­stiege der Anlei­hen bei eher sta­gnie­ren­den Akti­en­kur­sen. Die­ser Prei­s­ef­fekt erhöht den Anteil an Anlei­hen in den Depots quasi ohne eige­nes Zutun.