6,30 Prozent machen der Anteil an Repsol-Aktien mit dem Kauf in einem mittelgroßen Depot eines Vermögenden aus. Der Kauf drückt aus, was im Moment gesucht ist von den Profis: Dividendenstarke Titel. Auf onvista.de wird die Dividendenrendite für den spanischen Ölkonzern mit über acht Prozent angegeben.
Und die Finanz-Entscheider beeindruckt dabei insbesondere die Anstrengungen, die das Management von Repsol unternimmt, um die Dividende weiter aufrecht zu erhalten. In einer DPA-Meldung auf finanznachrichten.de heißt es dazu: „Der spanische Ölkonzern Repsol dämpft mit harten Sparplänen Befürchtungen um eine sinkende Dividende. Das Management kündigte am Donnerstag in Madrid an, die Investitionen im Vergleich zu 2014 in den nächsten fünf Jahren um rund 40 Prozent zurück zu fahren. Zudem will es Geschäftsteile im Umfang von 6,2 Milliarden Euro verkaufen. Mit diesem Programm seien bis zum Jahr 2020 Dividenden auch bei einem Ölpreis von 50 US-Dollar pro Barrel gesichert.
Unter Europas Ölunternehmen hat nur der italienische Eni-Konzern eine höhere Dividendenrendite.“ … „Das Papier ist mit einem Kursverlust von 20 Prozent bislang der schlechteste europäische Ölwert in diesem Jahr. Vor allem die im Mai abgeschlossene Übernahme des kanadischen Förderunternehmens Talisman war Beobachtern zuletzt sauer aufgestoßen. Der Preis von 13 Milliarden Dollar erscheint angesichts des Verfalls der Öl– und Gaspreise vielen als zu hoch. Deshalb waren zuletzt verstärkt Sorgen aufgekommen, dass Repsol seine Dividende kürzen könnte.“
Der Fall weist Ähnlichkeit auf zu einem weiteren Favoriten der Vermögensverwalter in der Berichtswoche. Die Schweizer Tochter eines norddeutschen Hauses kaufte den Düngemittel-Herstellers K+S, einen Wert, dessen Kurs in den vergangenen Monaten extreme Aufs und Abs erlebt hat. Zuletzt hatte ein abgewehrter Übernahmeversuch dem Aktienkurs massiv geschadet. 
Nachdem der kanadische Gigant Potash mit einem Übernahmeangebot von 41 Euro pro Aktie gescheitert war, sank der K+S-Kurs um satte 25 Prozent. Potash hatte angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten in China und weiten Teilen der Schwellenländer einen Rückzug gemacht. Mit den Abschlägen hat sich die Dividendenrendite von K+S entsprechend erhöht. Sie liegt jetzt bei zwei Prozent. Dazu kommt die Spekulation auf eine baldige Rohstoffpreis– und Kurserholung. Und so ganz scheint auch die Übernahme-Phantasie noch nicht begraben zu sein.
Die beiden Fälle zeigen, welche Kurs-Geschichten die Entscheider im Moment suchen. Es sind die Werte, die es hart getroffen hat, deren Dividendenaussichten aber weitgehend intakt sind; mit einem Wort: Value-Stories.
Im strategischen Bereich wurden einige ETF-Käufe auf europäische und Schwellenländer-Indizes beobachtet. In den Top-Ranglisten tauchen zwei ETFs von iShares zu diesen Themen auf. Auch hier überwiegt die Turn-Around-Spekulation. Die Schwellenländer, so signalisierten uns einige Gesprächspartner in der vergangenen Woche, könnten vor einer Umkehr stehen. Der Anteil der Schwellenländer an der Weltwirtschaft macht mittlerweile mehr als 40 Prozent aus. Schon längst ist ihre Wirtschaftsdynamik nicht mehr (allein) von den führenden Industrienationen abhängig.
Europa könnte gesucht sein, weil dort die Schrecken der griechischen Schuldenkrise allmählich in den Hintergrund treten. Auch diese Region könnte vor einer durchgreifenden Erholung stehen.
Im Anleihen-Bereich sind weiter südeuropäische Schuldner, heuer unter anderem Spanien und Portugal, gesucht. Insbesondere in Portugal scheint es nach den aus Gläubigersicht geglückten Wahlen einen neuen Nachfrageschub zu geben. In der Berichtswoche kauften mehrere Adressen, unter anderem aus Österreich.
