In der Rang­liste der abso­lut größ­ten Käufe, die wie die erfah­re­ne­ren Leser die­ses Let­ters wis­sen, eher das Han­deln in den grö­ße­ren Depots wider­spie­gelt, ste­hen gleich vier Anlei­hen unter den ‚first­five‘.

In der Liste der rela­tiv größ­ten Käufe (gemes­sen am Depot­vo­lu­men), oft wer­den damit klei­nere nicht so weit durch­mischte Depots adres­siert, sind es immer­hin zwei Anlei­hen, die es unter die ers­ten Fünf gebracht haben. In bei­den Rang­lis­ten fin­det man ein Papier des ita­lie­ni­schen Staa­tes, das im Mai 2017 die Rück­zah­lung von je 100 Euro ver­spricht und jähr­lich 1,15 Euro an Zins aus­zahlt. Beim gegen­wär­ti­gen Kurs von knapp über Pari errech­net sich eine jähr­li­che Ren­dite auf End­fäl­lig­keit von 1,1 Pro­zent. Wir hat­ten die­ses Papier bereits wei­ter oben erwähnt. Gemes­sen an der Rest­lauf­zeit beläuft sich der Spread zu einer ver­gleich­ba­ren Bun­des­an­leihe mitt­ler­weile auf mehr als 130 Punkte (Bun­des­an­lei­hen mit zwei­jäh­ri­ger Rest­lauf­zeit ren­tie­ren aktu­ell mit –0,25 Pro­zent).

Es gibt, gerade seit der ver­gan­ge­nen Woche, genü­gend Motive, um in Anlei­hen zu inves­tie­ren. Ganz aktu­ell hat EZB-​​Chef Draghi noch ein­mal alle Zins­stei­ge­rungs­phan­ta­sien im Keim erstickt. Kurs­ein­brü­che im Invest­ment­gra­de­be­reich von Euro-​​Anleihen sind dann wohl nicht zu befürch­ten. Dem­ge­gen­über sind Schwel­len­län­der­an­lei­hen, ins­be­son­dere wenn sie auf Fremd­wäh­run­gen lau­ten, ein deut­lich grö­ße­res Risiko. Fast schon logisch, dass der Kauf­über­hang in der Berichts­wo­che so krass aussieht.Italien ist mehr­fa­cher Hin­sicht als Schuld­ner gesucht.

Die Käu­fer vari­ier­ten bei Lauf­zei­ten und Schuld­nern, grif­fen bei län­ger­fris­ti­gen Anlei­hen und bei sol­chen aus dem Unter­neh­mens­be­reich zu. Auch einige Cor­po­ra­tes aus Deutsch­land fan­den Käu­fer, dar­un­ter etwa eine Infineon-Anleihe,die einen Kupon von einem Pro­zent­punkt trägt und 2018 aus­läuft. Sie wurde fast exakt zum Nenn­wert gehan­delt. Ita­lien oder Infi­neon­un­ter­schei­den sich in punkto Boni­tät jeden­falls kaum.  Dass der Euro wie­der in kür­zes­ter Zeit zu einer attrak­ti­ven Wäh­rung gewor­den ist, zeigt auch der erste Platz in der rela­ti­ven Tabelle. Dort thront ein ETF auf den MSCI World über der Kon­kur­renz, der kein Wäh­rungs­ri­siko beinhal­tet. Die Stim­mung ist jetzt wie­der deut­lich Pro Euro, das erfah­ren wir aus den Gesprä­chen mit den Ver­wal­tern. Dazu bei­tra­gen könnte auch ein gar nicht so unwahr­schein­li­cher Umschwung in Grie­chen­land. Jeden­falls ver­folgt ein Frank­fur­ter Haus die Umfragen-​​Trends vor der grie­chi­schen Wahl genau und hält Mit­tel bereit, im ent­schei­den­den Moment zu inves­tie­ren. Dass man es nicht schon jetzt tut, hängt mit der Erfah­rung aus dem Refe­ren­dum zusam­men, als es statt des knap­pen Ren­nens am Ende doch ent­ge­gen allen Umfra­gen eine klare Pro-​​Syriza-​​Angelegenheit wurde.

Im mauen Akti­en­ge­schäft fin­den sich kaum über­ra­schende Werte. Wol­ter Klu­wer wer­den seit Wochen gekauft und auch in der ver­gan­ge­nen Woche gab es wie­der einige Orders. Inter­es­san­ter ist viel­leicht der Kauf der nie­der­län­di­schen Bank ING. Finanzdienst-​​leister sind wahr­haf­tig nicht son­der­lich gesucht zur­zeit. Und auch die meis­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter las­sen die Fin­ger von den tief in Schul­den und unge­wis­sen Bilanz­ver­pflich­tun­gen ste­cken­den Aktien. Umso mehr erstaunt der ING-​​Kauf.

 

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