Kaufseitig verteilte sich ein Umsatzvolumen von 28,78 Mio. Euro auf 57 Transaktionen. Dass Aktien nicht zu den first five bei Käufen gehören, ist repräsentativ für das Kaufverhalten. Deutlich mehr wurde in Aktien-Indexfonds investiert, noch mehr in Anleihen.
Vor allem zwei Themen bestimmten in der Berichtswoche die Erwägungen der Vermögensverwalter. Zum einen die Manipulation von Abgaswerten bei Dieselmotoren durch VW. Zum andern der Evergreen „Geldpolitik der Fed“: die Entscheidung am Donnerstag der Vorwoche und die weiteren, für Entspannung sorgenden Erläuterungen von Yellen zur Geldpolitik in der Berichtswoche.
Zunächst zum ersten Punkt: Marktbeobachter berichten generell, dass in der Berichtswoche Wertpapiere rund um VW im Umsatz herausragten. Das galt für Aktien und für Anleihen – vor allem bei Verkäufen, aber auch bei Käufen. Damit beabsichtigen Anleger Kursverluste für Einstiege zu nutzen. Dazu eigneten sich sowohl Aktien wie auch Unternehmensanleihen. Letztere gaben bei den Kursen unterschiedlich nach. In den uns erfassten Depots liegen in Bezug auf VW eindeutig die Käufe vorne: Vor allem VW-Finanz-Anleihen.
Die im Kauf-Ranking nicht aufgeführte VW-Finanz-Anleihe (WKN A1ZGRX) etwa stürzte von knapp 101 auf zwischenzeitlich 93 Euro ab. Die im Kauf-Ranking fünftplatzierte, bis 2018 laufende Volkswagen-Bank-Anleihe (WKN A0S73W) hatte im Verlaufe der letzten Woche gleichfalls Kursverluste zu verzeichnen, wenn auch nicht so starke: der Preis liegt nun bei 99 Euro. Das Papier rentierte am 25. September (bei einem Kurs von 99,78 Euro) mit 2,027%.
Ganz oben im Kaufranking gemäß Depotgewicht steht ein Bundes-Schatzbrief, der weniger durch Ertragskraft brilliert. Er rentiert aktuell mit – 0,35 %. Der Preis der Angst. Dass man als Anleger mit solchen Renditen, diplomatisch formuliert, nicht rundweg zufrieden sein kann, liegt auf der Hand. Wie wir bereits im letzten Newsletter kurz geschrieben haben, sehen die meisten Finanzteilnehmer in „der Geldpolitik“ einen Hauptsündenbock für Niedrigzinsen und Negativrenditen. Aber es ist auch klar, dass die „konzertierte“ Kritik an der Fed und Frau Yellen in der Vor– und der Berichtswoche Druck ausüben möchte. Nie war das deutlicher als nach der jüngsten „Entscheidungs-Episode“ mit sinkenden Aktien-Kursen als Reaktion auf die Fed-Verlautbarung.
Von Generalstreik zu reden wäre natürlich zuviel der Übertreibung; aber irgendwie geht es langsam in diese Richtung. Deshalb musste Yellen in der Berichtswoche auch sachlich-fachlich beruhigen, indem sie Zinssteigerungen in diesem Jahr in Aussicht stellte. Eine sachlich-fachliche Auseinandersetzung auf der Höhe der gegenwärtigen Makroökonomik findet freilich mit der Fed-Politik – jedenfalls in der breiteren Öffentlichkeit – kaum statt. Nur ein Punkt herausgegriffen: Wer erklärt etwa dem geneigten Publikum die These, in den USA bestünde mit z.B. 5,5% Arbeitslosigkeit Vollbeschäftigung? Und wer erklärt sie vor dem Hintergrund einer niedrigen Inflation(serwartung) und dem Wissen, das in vier Jahrzehnten über den Zusammenhang von Inflation und Arbeitslosigkeit bzw. die NAIRU angehäuft wurde? Einmal mehr scheint das ein Indiz dafür zu sein, dass Finanzmärkte nicht alle verfügbaren Informationen und Wissensangebote rational verarbeiten, sondern eher Versatzstücke von schnell fluktuierenden Interpretationsangeboten mit Autoritätsigeln von Experten. Allerdings ist anderes in einer komplexen Welt auch gar nicht möglich.
