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Zwei­tes Quar­tal und Anleihe-​​Renditen

Auf unse­rer Ver­kaufs­liste des 2ten Quar­tals 2026 steht unter den ers­ten Fünf eine Anleihe der Repu­blik Frank­reich mit einem Kupon von 3 Pro­zent; die Anleihe läuft bis 2049 und ren­tiert nach Anga­ben der Börse Frank­furt der­zeit (7.7.) mit 4,41 Pro­zent; ihr Kurs notiert bei unter 80 Pro­zent.

Wir wol­len die Gele­gen­heit nut­zen, den Kon­text für Anlei­hen im 2ten Quar­tal näher zu beleuch­ten.

Die mas­si­ven Anstiege der Ener­gie­preise im ers­ten Quar­tal, die im zwei­ten Quar­tal teils kräf­tig schwank­ten und erst gegen Quar­tals­ende wie­der deut­li­cher nach­ga­ben, wirk­ten sich auf die makro­öko­no­mi­schen Rah­men­er­war­tun­gen der Markt­teil­neh­mer aus. Zu die­sen gehö­ren auch die Zen­tral­ban­ken.

So erhöhte etwa die US-​​Notenbank Fed ihre Schät­zung der Jah­res­in­fla­tion von 2,7 Pro­zent im März auf 3,6 Pro­zent im Juni. Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank kor­ri­gierte im Juni ihre Infla­ti­ons­pro­gnose für den Euro­raum gleich­falls nach oben, und zwar von 2,6 (März) auf 3,0 Pro­zent (Juni).

Die Fed ver­zich­tete im ers­ten Halb­jahr auf eine Ver­än­de­rung des Zins­sat­zes, und damit auf eine (oder meh­rere) Zinssenkung(en), was zu Beginn des Jah­res von den Märk­ten noch anti­zi­piert wor­den war.

Die Bank of Eng­land ließ im ers­ten wie im zwei­ten Quar­tal gleich­falls die Zin­sen unver­än­dert, obwohl der Chef­öko­nom die­ser Noten­bank zusam­men mit einem ande­ren Stimm­be­rech­ti­gen im Juni für eine Leitzins-​​Anhebung votiert hatte. Zu zweit waren sie jedoch in der Min­der­heit, die Mehr­heits­mei­nung erhielt näm­lich sie­ben Stim­men.

Die ver­än­der­ten Markt­er­war­tun­gen lie­ßen zunächst auch die Ren­di­ten lang­fris­ti­ger Staats­an­lei­hen anstei­gen. Gegen Ende des Quar­tals trug dann der Fall des Ölprei­ses und die dar­auf­hin wie­der redu­zierte Infla­ti­ons­furcht ent­schei­dend zu einem Rück­gang der Ren­di­ten bei.

Das führte dazu, dass sich die Ren­di­ten von län­ger lau­fen­den Staats­an­lei­hen in 3-​​Monats-​​Frist meist nur wenig beweg­ten.

Im Halb­jah­res­zeit­raum klet­ter­ten die Ren­di­ten von Staats­an­lei­hen ent­wi­ckel­ter Län­der jedoch über­wie­gend leicht bis mode­rat nach oben.

In den USA neig­ten die Ren­di­ten zu etwas kräf­ti­ge­ren Anstie­gen, zumal dort die Infla­ti­ons­ri­si­ken auch kon­junk­tur­be­dingt viel­fach als höher ein­ge­schätzt wur­den. Hinzu kam ein gro­ßes Ange­bot von neuen Staats­an­lei­hen, was c.p. die Kurse fal­len ließ bzw. die Ren­di­ten stei­gen.

Die Ren­dite einer 10-​​jährigen US-​​Staatsanleihe lag zu Quar­tals­be­ginn bei 4,34 Pro­zent, das Quar­tals­ma­xi­mum war im Mai mit unge­fähr 4,97 Pro­zent erreicht; am Quar­tals­ende war sie wie­der auf 4,46 Pro­zent zurück­ge­fal­len.

Die Ren­dite einer zehn­jäh­ri­gen Bun­des­an­leihe betrug Anfang April 2,95 Pro­zent; das Ren­di­te­ma­xi­mum wurde wie in den USA etwas nach der Mitte des Monats Mai erreicht, aller­dings mit 3,2 Pro­zent auf deut­lich tie­fe­rem Niveau. Ende des Quar­tals ren­tierte ein Bun­des­pa­pier die­ser Lauf­zeit mit 2,91 Pro­zent tie­fer als am Quar­tals­be­ginn. Gegen­über dem Jah­res­be­ginn notierte die Ren­dite jedoch rund 1 Pro­zent höher.

Die Ren­dite einer zehn­jäh­ri­gen fran­zö­si­schen Staats­an­leihe stieg von 3,63 Pro­zent Anfang April auf 3,65 Pro­zent Ende Juni. Im lau­fen­den Jahr stei­gerte sie sich um annä­hernd 3 Pro­zent.

Die Ren­dite einer zehn­jäh­ri­gen Staats­an­leihe des Ver­ei­nig­ten König­reichs notierte zu Beginn des zwei­ten Quar­tals bei 4,79 Pro­zent und Ende Juni bei 4,77 Pro­zent. Über die ers­ten 6 Monate des Jah­res 2026 stieg sie um 5 Pro­zent.

Auch die Ren­di­ten vie­ler Unter­neh­mens­an­lei­hen ten­dier­ten in den USA und in Europa im Quar­tal zunächst nach oben, gaben dann aber häu­fig gegen Ende des Quar­tals ebenso wie­der nach.

Bemer­kens­wert war dar­über hin­aus, dass im zwei­ten Quar­tal offen­bar ein sehr gro­ßes Volu­men von Unter­neh­mens­an­lei­hen an den Markt gebracht wor­den ist und dort wohl auch geneigte Inves­to­ren fand. Denn ins­be­son­dere die gro­ßen Tech-​​Unternehmen nut­zen Anlei­he­e­mis­sio­nen, um ihre mas­si­ven KI-​​Investitionen zu finan­zie­ren. Auch der Markt der Unter­neh­mens­an­lei­hen blieb im Quar­tal also von KI nicht ver­schont.