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BNP Parib. Fu.Eu.Strat. Aut. I Cap. A419VA

Inves­tie­ren in stra­te­gi­sche Auto­no­mie Euro­pas

Eine von uns erfasste Ver­mö­gens­ver­wal­tung inves­tierte in der Berichts­wo­che in den aktiv ver­wal­te­ten BNP Pari­bas Funds Europe Stra­te­gic Auto­nomy I EUR Capi­ta­li­sa­tion.

Der Fonds, des­sen lau­fende Kos­ten der­zeit laut Basis­in­for­ma­ti­ons­blatt bei 0,89 Pro­zent (0,49% Gebüh­ren, 0,40% Trans­ak­ti­ons­kos­ten) lie­gen, legt min­des­tens 75 Pro­zent sei­nes Gel­des in Aktien euro­päi­scher Unter­neh­men an, „die zur stra­te­gi­schen Auto­no­mie Euro­pas bei­tra­gen, um die Abhän­gig­keit von nicht euro­päi­schen Wert­schöp­fungs­ket­ten oder Tech­no­lo­gien zu ver­rin­gern.

Das Pro­dukt inves­tiert in sou­ve­rä­ni­täts– und sicher­heits­re­le­vante The­men, dar­un­ter unter ande­rem Ver­tei­di­gung, indus­tri­elle Wider­stands­fä­hig­keit und Res­sour­ce­n­un­ab­hän­gig­keit sowie in Berei­che wie Lebens­mit­tel– und Gesund­heits­si­cher­heit, Cyber­si­cher­heit und Cloud Com­pu­ting. ESG-​​Kriterien (Umwelt, Sozia­les und Unter­neh­mens­füh­rung) tra­gen zur Ent­schei­dungs­fin­dung des Mana­gers bei, sind aber kein aus­schlag­ge­ben­der Fak­tor.“

Wir haben es hier also mit einem Vehi­kel zu tun, das ein klas­si­sches stra­te­gi­sches Thema beför­dert.

Der Stra­tege denkt bekannt­lich in lang­fris­ti­gen Zeit­räu­men und häu­fig auch ganz grund­sätz­lich und in Mög­lich­keits­räu­men, fokus­siert auf das Wesent­li­che – das ist bei der Geld­an­lage so, das ist in der Wirt­schaft so, das ist in der Poli­tik so und das ist in allen ande­ren Lebens­be­rei­chen so.

Aller­dings steht der Fonds erst seit Mai 2025 auf der Bühne, ist aber bereits in eine Viel­zahl von Anteils­klas­sen dif­fe­ren­ziert.

Man könnte daher mei­nen, dass man sich erst mit dem Amts­an­tritt Trumps und der seit­her wie­der anschwel­len­den Rede von der stra­te­gi­schen euro­päi­schen Auto­no­mie für die­ses Invest­ment­thema ent­schie­den habe. Ist das rich­tig?

Viel­leicht führt zur Beant­wor­tung die­ser rhe­to­ri­schen Frage die rich­tige Spur über die Fonds­ge­sell­schaft zu einer tie­fer­lie­gen­den Tra­di­ti­ons­schicht: BNP Pari­bas hat den Haupt­sitz in Paris – und neben­bei bemerkt hat auch der größte Ver­mö­gens­ver­wal­ter Frank­reichs im Novem­ber 2025 einen ETF zu die­sem Thema auf­ge­legt, den Amundi Euro­pean Stra­te­gic Auto­nomy UCITS ETF.

Der Anspruch auf stra­te­gi­sche Auto­no­mie hat in Nach­kriegs­west­eu­ropa in kei­nem ande­ren Land eine so starke und auch prak­tisch wirk­mäch­tige Tra­di­tion begrün­det wie in Frank­reich seit de Gaulle. Das lässt sich para­dig­ma­tisch beson­ders gut an der fran­zö­si­sche Rüs­tungs– und Mili­tär­po­li­tik zei­gen, die Force de dis­sua­sion nucléaire, bes­ser bekannt als Force de frappe, mit­in­be­grif­fen.

Die Rede von der Stra­te­gi­schen Auto­no­mie wurde jedoch in den letz­ten Jahr­zehn­ten auch unter täti­ger, natur­ge­mäß eigen­in­ter­es­sier­ter fran­zö­si­scher Mit­hilfe euro­päi­siert und von der EU unge­fähr seit Mitte der 2010er Jahre ver­stärkt über­nom­men, ver­brei­tet und ope­ra­tio­na­li­siert.

Das Ergeb­nis: der Fokus liegt nun mehr auf Unter­the­men wie Lie­fer­ket­ten, Halb­lei­ter, Spei­cher­tech­no­lo­gien, Ener­gie­un­ab­hän­gig­keit, Indus­trie– und ins­be­son­dere Rüs­tungs­in­dus­trie­po­li­tik.

Die zweite Prä­si­dent­schaft Trumps seit Anfang 2025 hat diese Pro­gram­ma­tik und vor allem die damit ver­bun­dene Rhe­to­rik in West­eu­ropa aus unter­schied­li­chen Grün­den wie­der ver­stärkt akti­viert – aber es tru­gen auch viele andere Vor­komm­nisse dazu bei.

Wir gehen an die­ser Stelle auf das Ver­hält­nis von Welt als Rea­li­tät zu Welt als Rede & Vor­stel­lung nicht ein, ebenso wenig auf die Lösungs­pro­bleme euro­päi­scher Pro­blem­lö­sun­gen – auch wenn sich Anle­ger, die sich für die­ses Invest­ment­thema inter­es­sie­ren, damit schon ein wenig beschäf­ti­gen soll­ten. Denn nur so kann man ein­schät­zen, ob etwa die aktu­ell bereits hohen Bewer­tun­gen etli­cher Titel sol­cher Fonds auch in stra­te­gi­scher Per­spek­tive gerecht­fer­tigt sind.

Um auf unsere rhe­to­ri­sche Aus­gangs­frage von oben mit einer Ant­wort zurück­zu­kom­men: Die Bedeu­tung stra­te­gi­scher Auto­no­mie in Frank­reich seit den 50er Jah­ren scheint mit ein Grund dafür zu sein, dass gerade Fonds­ge­sell­schaf­ten aus Frank­reich eine gewisse stär­kere Nei­gung zu die­sem Invest­ment­thema ver­spü­ren als etwa ihre Kol­le­gen in Deutsch­land. Dort frem­delt man mit sol­chen Begrif­fen und wohl auch dem gan­zen Den­ken dahin­ter eher, auch unter gegen­wär­tig sehr güns­ti­gen Mar­ke­ting­be­din­gun­gen.

Kom­men wir zum Schluss noch­mals zum Aktien-​​Fonds sel­ber zurück und schauen uns kurz des­sen Port­fo­lio an.

Der BNP Pari­bas Funds Europe Stra­te­gic Auto­nomy ist zur­zeit (Stand 29. Mai 2026) in 56 Aktien(-gesellschaften) inves­tiert.

Die ers­ten Fünf gemäß Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung sind: 1) ASML Hol­ding, 4,56 Pro­zent; 2) Infi­neon Tech­no­lo­gies, 3,58 Pro­zent; 3) STMi­cro­elec­tro­nics, 3,58 Pro­zent; 4) Schnei­der Elec­tric, 3,44 Pro­zent; 5) Leo­nardo 3,28 Pro­zent.

Schauen wir nach den fünf ers­ten Wirt­schafts­zwei­gen, dann ergibt sich fol­gen­des Ran­king: 1) Indus­trie 50,23 Pro­zent; 2) Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie 13,89 Pro­zent; 3) Gesund­heits­we­sen 9,15 Pro­zent; 4) Ver­sor­ger 8,53 Pro­zent; 5) Roh­stoffe 7,90 Pro­zent.

Die ers­ten Fünf bei der Län­der­ver­tei­lung gemäß Gewicht, sind: 1) Deutsch­land 28,05 Pro­zent; 2) Frank­reich 23,17 Pro­zent; 3) Ita­lien 10,90 Pro­zent; 4) Ver­ei­nig­tes König­reich 9,42 Pro­zent; 5) USA 7,00 Pro­zent. Stra­te­gi­sche euro­päi­sche Auto­no­mie geht offen­bar selbst hier beim Fonds nicht ohne die USA.

Die kumu­lierte Wert­ent­wick­lung über 1 Jahr bis 29.5.2026 betrug nach aktu­el­lem Fact Sheet 19,50 Pro­zent, über 3 Monate 3,79 Pro­zent.