Akti­vi­tä­ten

Die Haupt­ak­ti­vi­tät lag in der Berichts­wo­che bei den Ver­käu­fen, und hier vor allem im Bond­seg­ment. Auch im Hin­blick auf die Trans­ak­ti­ons­zahl lagen Anlei­hen deut­lich vor Aktien und den wenig auf­fäl­li­gen Fonds. Die Schlag­wör­ter könn­ten lau­ten: Hohe Diver­si­tät, auch Diver­si­fi­ka­tion, und par­ti­elle Siche­rung von Kurs­ge­win­nen.

 

Käufe

Wen­den wir uns zunächst den Aktien zu und hier dem bei den Top­käu­fen gemäß Umsatz­vo­lu­men dritt­plat­zier­ten Papier der welt­weit dritt­größ­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agen­tur Publi­cis Groupe SA.  Bis zum 22. Okto­ber hatte das in Paris behei­ma­tete Webe­un­ter­neh­men nach einem ent­täu­schen­dem drit­ten Quar­tal und der Ein­trü­bung der wei­te­ren Jah­res­aus­sich­ten einen Kurs­ein­bruch von knapp 10 Pro­zent hin­zu­neh­men. Offen­bar sind „über­ra­schend“ viele Kli­en­ten abge­sprun­gen oder haben ihre Auf­träge gerade im digi­ta­len Bereich zeit­lich ver­scho­ben. Wolf­gang Hagl schrieb dar­auf­hin in einem auf der Platt­form „Börse online“ am 23.11. ver­öf­fent­lich­ten Bran­chen­re­port: Wir ent­zie­hen „Publi­cis Groupe das Prä­di­kat ‚Top-​​Pick‘. … Wäh­rend wir den fran­zö­si­schen Blu­e­chip auf ‚Beob­ach­ten‘ her­ab­stu­fen, hal­ten wir an der Kauf­emp­feh­lung für WPP fest. Der Bran­chen­krö­sus hat das Tempo zuletzt erhöht. Von Januar bis Sep­tem­ber stei­ger­ten die für glo­bale Mar­ken wie Ford oder Uni­le­ver täti­gen Bri­ten ihre Erlöse um 3,3 Pro­zent. Damit ste­hen die Chan­cen gut, dass WPP das Wachs­tums­ziel für 2015 von mehr als drei Pro­zent erreicht. Im kom­men­den Jahr war­tet wegen der Kom­bi­na­tion aus sport­li­chen Groß­er­eig­nis­sen und den US-​​Präsidentschaftswahlen ohne­hin eine Son­der­kon­junk­tur auf die glo­bale Wer­be­bran­che.“ Ist also WPP 2012 PLC (A1J2BZ) die bes­sere Alter­na­tive? Eine von uns erfasste Ver­mö­gens­ver­wal­tung sah das anders: Sie deckte sich am Top-Käufe_Gewicht_48-2015

 

25. und 26. Novem­ber mit Aktien der Pari­ser Krea­ti­ven ein. Das war eine reak­ti­ons­schnelle Ent­schei­dung. Denn am Diens­tag lag der Kurs bei 55,7 Euro, bis Ende der Woche stieg er auf 59,9, Trend wei­ter nach oben. Offen­bar hängt der jüngste Kurs­sprung damit zusam­men, dass Publi­cis Groupe am 24. 11. ankün­digte, Glick­man Sha­mir Sam­so­nov zu über­neh­men, eine der größ­ten Wer­be­agen­tu­ren Isra­els.

 

Ein auf­fäl­li­ges Mus­ter, das wir in der lan­gen Frist über meh­rere Jahre bei den Käu­fen immer wie­der beob­ach­ten kön­nen, ist, dass der Betrag pro Trans­ak­tion bei Fest­ver­zins­li­chen viel­fach sehr viel grö­ßer ist als bei Aktien. Des­halb tau­chen auch rela­tiv oft Anlei­hen im first-​​five-​​Topkauf-​​Ranking, ins­be­son­dere gemäß Umsatz­vo­lu­men, auf. Die­ses Mal war es anders: Auch wenn die im Kauf­ran­king zweit­plat­zierte Inves­ti­tion in eine Maze­do­ni­en­an­leihe knapp 1 Mio. Euro. betrug, war der durch­schnitt­li­che Betrag pro Kauf bei Aktien in der Berichts­wo­che deut­lich höher als bei Bonds. Das lag zum einen daran, dass für diverse Aktien mehr Geld aus­ge­ge­ben wurde als dies sonst meist der Fall war. Bei­spiele sind: Publi­cis Groupe, Uni­le­ver, Her­mes Inter­na­tio­nal, SES,  Cie Génle Éts Miche­lin oder Deut­sche Börse. Zum ande­ren wurde pro Anleihe weni­ger inves­tiert als sonst. Das ist auch des­halb inter­es­sant, weil die Bond­käufe der Berichts­wo­che von einer Ver­mö­gens­ver­wal­tung domi­niert wur­den, die ein grö­ße­res, sicher­heits­ori­en­tier­tes Depot betreut und die dar­über hin­aus oft­mals deut­lich volu­mi­nö­sere Inves­ti­tio­nen pro Anleihe tätigt. Das kann man durch­aus so inter­pre­tie­ren, dass bei den Ren­ten­in­vest­ments die­ses Mal noch stär­ker der Diver­si­fi­ka­ti­ons­ge­danke im Vor­der­grund stand, als man ihn sonst schon unter­stel­len sollte (vgl. auch Ver­käufe). Mit ande­ren Wor­ten und gene­rel­ler for­mu­liert: Wer den Nied­rigst­zin­sen ent­flie­hen möchte und daher ver­stärkt auf risi­ko­rei­chere Bonds setzt, sollte sorg­fäl­tig auf Risi­kom­in­de­rung durch Selek­tion schwä­cher kor­re­lie­ren­der Papiere ach­ten. Das ist in der Theo­rie meist leich­ter gesagt als in der Pra­xis getan.