Wieder Kaufüberhang
Wie bereits in der Vorwoche (Woche 4) überwogen im Hinblick auf das Umsatzvolumen auch in der Berichtswoche (Woche 5) vom 2. bis 6. Februar Käufe: Vom Umsatz in Höhe von 9,70 Mio. Euro entfielen 5,45 Mio. Euro auf Käufe und 4,25 Mio. auf Verkäufe.
Der Blick auf das Schaubild zeigt, dass der Kaufüberhang – wie in der Vorwoche – Ergebnis vor allem des Aktienhandels war. Im Fonds-Segment beobachteten wir in unserem Ausschnitt für den Newsletter nur Käufe; aber bei denen handelte es sich überwiegend um Anteile an Aktien-ETFs (insbesondere des Banken-Sektors).
Aktien steuerten in der ersten Februarwoche mit einem Umsatz von 7,57 Mio. Euro 78 Prozent zum Umsatz bei, Festverzinsliche kamen auf 1,17 Mio. Euro Umsatz, das sind 12 Prozent. Im Derivate-Segment setzen die Verwaltungen 0,76 Mio. Euro um oder 8 Prozent, und im Fondsbereich waren es 0,20 Mio. bzw. 2 Prozent
1-Monats-Favoriten
| Die 5 meistgekauften Aktien der letzten vier Wochen | WKN | |
|---|---|---|
| 1. | AMETEK Inc. | 908668 |
| 2. | Iberdrola S.A. | A0M46B |
| 3. | Procter & Gamble Co., The | 852062 |
| 4. | UniCredit S.p.A. | A2DJV6 |
| 5. | Apple Inc. | 865985 |
Lange Bank-Tradition
Das Bankenwesen gedieh im Mittelalter unter anderem dort besonders gut, wo die Meere und ihre Ausbuchtungen die größte Nähe zu den Bevölkerungszentren Europas hatten, die Transportkosten der Waren also minimiert werden konnten. Das waren im Süden vor allem Venedig und Genua, die beiden Stadtstaaten, deren Eliten lange den Handel zwischen Morgen– und Abendland kontrollierten.
In Genua entwickelte sich früh ein innovativer Bankensektor, beispielsweise die Commenda für Risikokapital und Seeversicherungen. Die später gegründete Banco di San Giorgio (1407 – 1805) war auf Staatsschulden spezialisiert. 1870 wurde im Gefolge des Risorgimento die Banca di Genova gegründet, die 1895 in eine nun ihren Hauptsitz nach Mailand verlegende Universalbank mit dem Namen Credito Italiano umgewandelt wurde. Das geschah mit Hilfe deutscher Großbanken. 1998 entstand durch die Fusion der Credito Italiano mit weiteren norditalienischen Instituten, insbesondere Unicredito, die UniCredit Group. Damit wollte man in die europäischen Champions-League aufsteigen, in der man Ende der Saison 2023/24 gemäß Bilanzsumme auf Platz 15 stand.
Der bereinigte Überschuss wuchs, wie UniCredit am 9.2.2026 berichtete, 2025 um knapp 14 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro. Das italienische Geldhaus möchte bei dieser Kennzahl auch im laufenden Jahr auf 11 Milliarden Euro kommen und sich bis 2028 auf 13 Milliarden Euro steigern. Die mögliche Übernahme der Commerzbank ist weiterhin ein hochspannendes Thema, das wir hier nicht vertiefen können.
UniCredit beabsichtigt zudem in den kommenden Jahren, 80 Prozent der Gewinne in Dividenden und Aktienrückkäufe zu stecken. Die Aktionäre hörten das gerne: Nach der jüngsten Mitteilung legte die UniCredit-Aktie zeitweise um über 6 Prozent zu. Aktuell steht der Kurs bei rund 78 Euro, das ist gegenüber dem Jahresbeginn ein Plus von 10 Prozent.
3-Monats-Favoriten
| Die 5 meistgekauften Wertpapiere der vergangenen drei Monate | WKN | |
|---|---|---|
| 1. | AMETEK Inc. | 908668 |
| 2. | Halma PLC | 865047 |
| 3. | Apple Inc. | 865985 |
| 4. | Schlumberger N.V. (Ltd.) | 853390 |
| 5. | Iberdrola S.A. | A0M46B |
Der Schlumberger im SLB-Pelz performt
Schlumberger hat schon lange das Börsenkürzel SLB. Der Konzern – der traditionell die Schnittstelle von unterirdischen Kohlenwasserstoffen und Fördertechnologien bewirtschaftet – verwendet seit 2022 im Marketing nur noch das Akronym SLB. Anscheinend wollte man damit von dem fossil konditionierten Namen Schlumberger wegkommen, um sich ein gängiges nachhaltiges Image zu geben. Auf zeit– und arbeitsaufwendige Umkonditionierung wollte man sich offenbar nicht verlassen, was auf eine gewisse Zeitnot schließen lässt.
Ob sich das eigene Börsenkürzel als Tabula Rasa für die Aufprägung eines ESG-Zeichens gut eignet? Man kann es nicht so recht glauben. Denn aus dem Börsenkürzel SLB würde man neutral betrachtet doch wohl eher Sorgen um den eigenen Aktienkurs als um die nichteigene Umwelt ableiten. 2022 wussten die Verantwortlichen allerdings auch noch nicht, dass es bald wieder „drill baby drill“ heißen würde. Dennoch ist man vorerst bei SLB geblieben, was seit Herbst 2025 auch der rechtliche Name ist.
Baby Schlumi drillte einst in Venezuela (bzw. lieferte Drill-Technologie). Nachdem auf Anordnung des allerobersten Chefs dort am 3. Januar 2026 erste wichtige Drill-Vorarbeiten abgeschlossen werden konnten, bestätigte SLB-Chef Olivier Le Peuch dann schon Ende Januar, dass das Unternehmen seine Aktivitäten in Venezuela sofort wieder hochfahren könne, sobald die Rahmenbedingungen und erforderlichen Absicherungen festgezurrt seien. Auch in Kuwait hat SLB kürzlich neue Großaufträge zur Steigerung der dortigen Förderkapazitäten erhalten. Diese Revanche des Namens Schlumberger auf operativer Ebene ist dem Aktienkurs wohlbekommen, der in diesem Jahr schon 24 Prozent zugelegt hat.
