Klare Ver­hält­nisse

Aktien ver­kauf­ten die Ver­mö­gens­ver­wal­ter in der Berichts­wo­che unter dem Strich. Dabei fin­den sich in den Rang­lis­ten fast aus­schließ­lich euro­päi­sche und einige US-​​Werte. Meist ist es die erste Reihe, die gege­ben wird, aller­dings sind das auch die Unter­neh­men, an denen die meis­ten Betei­li­gun­gen gehal­ten wer­den.

Dass die US-​​Unternehmensbeteiligungen zurück­ge­fah­ren wer­den, ver­wun­dert uns übri­gens nicht. Seit eini­gen Wochen stel­len wir in Gesprä­chen immer wie­der fest, dass die Ver­mö­gens­ver­wal­ter vor der Kri­sen­ge­fahr in den USA war­nen. Und das liegt bei­leibe nicht nur am merk­wür­di­gen Wahl­kampf in den USA, son­dern eben auch am US-​​Aufschwung, der nach Ansicht vie­ler Beob­ach­ter keine Chance hat, eine rich­tige Dyna­mik zu ent­fal­ten.

Im Anlei­hen­be­reich über­wie­gen, wie schon mehr­fach betont, die Käufe. Dabei fällt auf, dass – auch das wurde schon bemerkt – Schwel­len­län­der­an­lei­hen gesucht waren. Aller­dings auch hier zu beden­ken: Die Zahl der Wert­pa­piere, die die Aus­sage über den Trend stüt­zen, ist gering. Inso­fern herrscht große Unsi­cher­heit vor.

 

2016 05 Vr

SAP taucht auf

In der Einmonats-​​Rangliste tau­chen mit John­son und John­son und SAP zwei Werte auf, die immer mal wie­der zu den Favo­ri­ten der Ver­mö­gens­ver­wal­ter zäh­len, aber in den ver­gan­ge­nen Wochen eher durch ein Tal gegan­gen sind. Im Fall von SAP hat der Kurs der Wall­dor­fer sich nahe des 52 Wochen-​​Hochs ein­ge­fun­den. Einige Ver­wal­ter rech­nen jetzt mit einem Durch­bruch in neue Höhen. Viel fun­da­men­tale Hilfe haben sie dabei aber nicht bekom­men.

Auf der Suche nach guten und neuen Nach­rich­ten fällt ledig­lich ein Kom­men­tar der bri­ti­schen Invest­ment­bank HSBC auf. Die hat laut finanz​nach​rich​ten​.de „die Ein­stu­fung für SAP nach der Haus­messe Sapphire auf „Buy“ mit einem Kurs­ziel von 80 Euro belas­sen. Die Ver­an­stal­tung des Software-​​Herstellers habe keine Über­ra­schun­gen gebracht, aber die Stärke des Geschäfts­mo­dells unter­stri­chen, schrieb Ana­lyst Anto­nin Baudry in einer Stu­die.“

 

2016 05 3

Anlei­hen über­neh­men das Kom­mando

Über die anhal­tende Anlei­hen­stärke in den Depots der von uns betrach­te­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter wurde viel geschrie­ben. Ange­sichts der Anlei­hen­kurse, die – so hören wir aller­or­ten, zuletzt etwa in der soge­nann­ten Markt­runde der Ver­mö­gens­ver­wal­ter – nicht mehr viel wei­ter stei­gen kön­nen, ver­wun­dert ange­sichts des Downside-​​Risikos die Größe des Enga­ge­ments in Fest­ver­zins­li­chen.

Selbst­ver­ständ­lich sind viele Ver­wal­ter durch die Vor­ga­ben ihrer Kun­den gebun­den, die sich durch die posi­ti­ven Ergeb­nisse der kon­ser­va­ti­ven Fes­seln in den Depots, sprich den Erträ­gen im Anlei­hen­be­reich, durch­aus auch bestä­tigt sehen dür­fen und damit gefes­tigt sind. Ande­rer­seits ist es gerade in einer sol­chen Situa­tion die Pflicht der Profi-​​Anleger, auf die Man­dan­ten ein­zu­wir­ken.

In der Drei-​​Monats-​​Rangliste fällt uns der ETF der Deut­schen Bank Toch­ter dbx tra­cker auf, der in Emer­ging Mar­ket Bonds, die auf Euro lau­ten, inves­tiert ist. Wir glau­ben, das sich hier ein mit­tel­fris­ti­ger Trend zeigt, das viele Semin­sti­tu­tio­nelle, als sol­che wer­den die Pri­vate Ban­ker ein­ge­stuft, in die­sen Bereich wie­der neu inves­tie­ren. Tra­der dür­fen mit wei­te­ren Kurs­er­hö­hun­gen in Anlei­hen aus Schwel­len­län­dern rech­nen. Wer noch spe­ku­la­ti­ver unter­wegs ist, kann auch dar­auf set­zen, dass die Welle der Anleihe-​​Käufe auch auf Aktien aus den Emer­ging Mar­kets über­schwappt.