
Klare Verhältnisse
Aktien verkauften die Vermögensverwalter in der Berichtswoche unter dem Strich. Dabei finden sich in den Ranglisten fast ausschließlich europäische und einige US-Werte. Meist ist es die erste Reihe, die gegeben wird, allerdings sind das auch die Unternehmen, an denen die meisten Beteiligungen gehalten werden.
Dass die US-Unternehmensbeteiligungen zurückgefahren werden, verwundert uns übrigens nicht. Seit einigen Wochen stellen wir in Gesprächen immer wieder fest, dass die Vermögensverwalter vor der Krisengefahr in den USA warnen. Und das liegt beileibe nicht nur am merkwürdigen Wahlkampf in den USA, sondern eben auch am US-Aufschwung, der nach Ansicht vieler Beobachter keine Chance hat, eine richtige Dynamik zu entfalten.
Im Anleihenbereich überwiegen, wie schon mehrfach betont, die Käufe. Dabei fällt auf, dass – auch das wurde schon bemerkt – Schwellenländeranleihen gesucht waren. Allerdings auch hier zu bedenken: Die Zahl der Wertpapiere, die die Aussage über den Trend stützen, ist gering. Insofern herrscht große Unsicherheit vor.
SAP taucht auf
In der Einmonats-Rangliste tauchen mit Johnson und Johnson und SAP zwei Werte auf, die immer mal wieder zu den Favoriten der Vermögensverwalter zählen, aber in den vergangenen Wochen eher durch ein Tal gegangen sind. Im Fall von SAP hat der Kurs der Walldorfer sich nahe des 52 Wochen-Hochs eingefunden. Einige Verwalter rechnen jetzt mit einem Durchbruch in neue Höhen. Viel fundamentale Hilfe haben sie dabei aber nicht bekommen.
Auf der Suche nach guten und neuen Nachrichten fällt lediglich ein Kommentar der britischen Investmentbank HSBC auf. Die hat laut finanznachrichten.de „die Einstufung für SAP nach der Hausmesse Sapphire auf „Buy“ mit einem Kursziel von 80 Euro belassen. Die Veranstaltung des Software-Herstellers habe keine Überraschungen gebracht, aber die Stärke des Geschäftsmodells unterstrichen, schrieb Analyst Antonin Baudry in einer Studie.“

Anleihen übernehmen das Kommando
Über die anhaltende Anleihenstärke in den Depots der von uns betrachteten Vermögensverwalter wurde viel geschrieben. Angesichts der Anleihenkurse, die – so hören wir allerorten, zuletzt etwa in der sogenannten Marktrunde der Vermögensverwalter – nicht mehr viel weiter steigen können, verwundert angesichts des Downside-Risikos die Größe des Engagements in Festverzinslichen.
Selbstverständlich sind viele Verwalter durch die Vorgaben ihrer Kunden gebunden, die sich durch die positiven Ergebnisse der konservativen Fesseln in den Depots, sprich den Erträgen im Anleihenbereich, durchaus auch bestätigt sehen dürfen und damit gefestigt sind. Andererseits ist es gerade in einer solchen Situation die Pflicht der Profi-Anleger, auf die Mandanten einzuwirken.
In der Drei-Monats-Rangliste fällt uns der ETF der Deutschen Bank Tochter dbx tracker auf, der in Emerging Market Bonds, die auf Euro lauten, investiert ist. Wir glauben, das sich hier ein mittelfristiger Trend zeigt, das viele Seminstitutionelle, als solche werden die Private Banker eingestuft, in diesen Bereich wieder neu investieren. Trader dürfen mit weiteren Kurserhöhungen in Anleihen aus Schwellenländern rechnen. Wer noch spekulativer unterwegs ist, kann auch darauf setzen, dass die Welle der Anleihe-Käufe auch auf Aktien aus den Emerging Markets überschwappt.

