Arche Noah?

Die Händ­ler nasch­ten in quan­ti­ta­ti­ver Hin­sicht kaum am reich­hal­ti­gen Ange­bot des Anla­ge­uni­ver­sums – sie nah­men hier­für ins­ge­samt nur 1,25 Mio. (!) Euro in die Hand, die eher einer geball­ten Faust glich. Diese Meta­pher wird kla­rer, wenn wir uns daran erin­nern, dass wir im letz­ten News­let­ter von einem Käu­fer­streik bei Fonds spra­chen. Ana­log könn­ten wir näm­lich für die Berichts­wo­che ohne allzu große Über­trei­bung von einem Gene­ral­streik der Käu­fer reden.

Auch wenn die inves­tier­ten Sum­men gering waren, zeig­ten sich die Ver­wal­tun­gen wäh­le­risch und demons­trier­ten Sinn für die qua­li­ta­tive Viel­falt der Pro­dukt­klas­sen. Sie nah­men von jeder Sorte etwas, etwa so, als ob es auf die Arche Noah ginge: Aktien, Fonds, Anlei­hen, Futures, Optio­nen, Zer­ti­fi­kate. Man wich offen­bar aus in die kate­go­riale Breite und inves­tierte sicher­heits­hal­ber in homöo­pa­thi­schen Dosen – die Wert­pa­piere könn­ten ja auch Gift ent­hal­ten. Ganz von der Hand zu wei­sen ist das der­zeit natür­lich nicht.

Monats-Favoriten

Bayer und Publi­cis Groupe

Aktien zähl­ten in der Berichts­wo­che einer­seits nicht gerade zu den Favo­ri­ten der Ver­wal­ter. Denn es wur­den deut­lich mehr Titel ver­kauft als gekauft – Letz­te­res sogar unter Inkauf­nahme von Ver­lus­ten, um wei­tere Verlust-​​Risiken zu redu­zie­ren. Ande­rer­seits waren Aktien in der Berichts­wo­che stär­ker gefragt als die ande­ren Asset­klas­sen; sie waren inso­fern dann doch wie­der „Kauf­fa­vo­ri­ten“. Her­aus rag­ten dabei das Papier von Bayer (siehe Käufe) und das der Publi­cis Groupe, die auf­grund die­ser Wochen-​​Transaktionen den Sprung in das Monats-​​Ranking der Aktien schaff­ten.

Drei-Monats-Favoriten

Linde

Die Lin­de­ak­tie, die im März 2015 die 195-​​Euro-​​Marke fast kratzte, notiert aktu­ell bei 118 Euro. Ins­be­son­dere der 14-​​prozentige Kurs­rutsch Anfang Dezem­ber 2015 als Reak­tion auf die Kap­pung mit­tel­fris­ti­ger Gewinn­ziele setzte der Aktie zu. Das setzte sich in Form eines mode­ra­ten Sink­flu­ges fort. Damit behiel­ten Markt­be­ob­ach­ter recht, die von einer wei­ter­hin sehr ange­spann­ten Markt­lage aus­gin­gen und von einem Ein­stieg abrie­ten. Die aktu­el­len (2016) Ana­lys­ten­stu­dien schwan­ken zwi­schen „Hal­ten“ (mehr­heit­lich) und „Kau­fen“, d.h. der Kurs der Aktie wird all­ge­mein als fair oder unter­be­wer­tet ein­ge­schätzt.