
Bei den Aktienkäufen fällt wieder ein größeres DAX-Cluster auf, ebenso eine Gruppe Deutscher der zweiten Reihe. Auch die Untermenge der französischen Titel war nicht von der kleinsten Mächtigkeit – um es mathematisch korrekt auszudrücken. Unser Berichterstatter vermag hingegen, selbst nachdem er sorgfältig die Brille gereinigt hat, in der Wochenliste kaum amerikanische Titel zu erblicken. Eine Hand scheint beim Zählen auszureichen, selbst wenn er einen übersehen haben sollte. Unter den Bondkäufen tauchten auch wieder diverse europäische Staatsanleihen auf – Schwerpunkt Südeuropa. Ansonsten mehrheitlich Unternehmensbonds – Schwerpunkte Europa und USA. Bei Fonds waren ETFs gefragt, aber bei größerer Heterogenität, als es sonst oft der Fall ist
Unilever – Umstrittener Favorit
Analysten raten den Konsumgüterhersteller Unilever sehr uneinheitlich. Optimisten setzen ein Kursziel von deutlich über 40 Euro (aktuell: 39,3 Euro) und begründen dies mit verbesserten langfristigen Margenprognosen und der Eurokurs-Schwäche (HSBC) oder mit den guten Chancen der Konsumgüterbranche in Schwellenländern insgesamt (Deutsche Bank). Pessimisten fixieren das Kursziel gegenwärtig im mittleren bis höheren 30er Bereich und heben Probleme hervor, wie mögliche Margenabschwächungen in der Reinigungsmittel-Sparte, oder bezweifeln die Wachstumschancen (Nomura).
Strategie-ETF neuer Favorit
Der iShares ETF (A1KB2C) ist bestrebt, den MSCI Europe Minimum Volatility Index nachzubilden. Dieser Strategie-Index enthält Aktien von Unternehmen, die im MSCI Europe historisch die geringste Volatilität aufweisen. Es handelt sich dabei um einen Risikofaktor-Ansatz, der eine wissenschaftlich dokumentierte Marktanomalie ausnützen möchte, die darin besteht, dass historisch die Performance von Aktien mit geringer Volatilität besser war als die von Titeln mit größerer Volatilität. Der ETF sollte demnach langfristig auch den MSCI Europe schlagen.


