In der Vorwoche schlugen Fonds beim Einkauf noch mit null Euro zu Buche. In der Berichtswoche stürmten sie schon wieder das firstfive-Ranking. Ganz oben ein Investment in einen ETF (DBX0AR). Und hier gilt „ganz oben“ nicht nur für den investierten Betrag von über 1,5 Mio. Euro, sondern auch für die Komplexität des Produkts. Der Fonds bildet einen Index für Kreditausfallsversicherungen (Credit Default Swaps) nach. Die wesentliche Anlegerinformation klärt uns näher auf: „Das Risiko, dass ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, wird als Kreditrisiko bezeichnet. Eine Absicherung gegen Kreditrisiken kann durch Abschluss eines Finanzkontrakts erfolgen, in dessen Rahmen das Risiko in Bezug auf bestimmte Kreditereignisse auf einen Kredit-Sicherungsgeber übertragen wird (Kreditderivate-Transaktion). Der Index misst die Rendite für einen Kredit-Sicherungsgeber für das Halten der aktuellsten Auflage der iTraxx® Crossover-Kreditderivate-Transaktion mit einer Laufzeit von 5 Jahren.“ Die Wertentwicklung hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Marktwert der eben genannten Transaktion. Um ein Gefühl für diesen Marktwert zu vermitteln, ist ein Vergleich mit Unternehmensanleihen, die das Unternehmensrisiko ebenfalls einpreisen, instruktiv. Eric Wiegand von der Deutschen Bank sagte dazu vor einigen Jahren auf einem Private Banking Kongress in Hamburg: „In Zeiten von Marktanspannungen tendierten CDS dazu, stabiler zu sein sowie das Unternehmensrisiko in Unternehmensanleihen outzuperformen, z.B. Ende 2007, 2008 “. Insgesamt enthält der Index in der Regel 50 europäische Unternehmen, deren Rating unter Investment Grade liegt. Der Index wird von der International Index Company Limited veröffentlicht. Im Prospekt heißt es zu dem Produkt: „Eine Anlage in den Teilfonds ist für Anleger konzipiert, die … ein äußerst kurzfristiges Engagement,
beispielsweise zu Daytrading-Zwecken, in Bezug auf den zugrunde liegenden Markt anstreben. … Der Teilfonds ist nicht zur langfristigen Anlage gedacht.“ Zudem dürfte allein schon der Mindestanlagebetrag von EUR 75.000 dem einen oder anderen Profi mit kleinem Depot zu hoch sein, der selbst zu Ostern nicht alle Eier auch nur kurzfristig in einen Korb legen möchte.
Auch der zweitplatzierte Fonds, der ETFS Short USD Long EUR, setzt auf komplexere Strategien. Der Fonds ist ein Exchange Traded Currency („ETC“), der den MSFXSM Short US Dollar/Euro Index (TR) nachbildet. Ziel des Index ist, Wechselkursschwankungen zwischen beiden Währungen und lokalen Zinssätzen abzubilden. Möglich ist mit dem Index: Zum einen ein „Short“-Exposure: Wenn etwa der USD gegenüber dem EUR steigt, fällt der Index. Geht hingegen der USD nach unten, steigt der Index nach oben. Zum anderen ein Exposure gegenüber einer Zinsdifferenz, in der sich Wechselkursdifferenzen der beiden Währungen reflektieren.
Der drittplatzierte Fonds bei den Kaufvolumina, der DJE – Zins & Dividende, ist ein global anlegender Mischfonds, der die Absolute-Return-Idee verfolgt. Mit anderen Worten: Verluste sollen möglichst vermieden werden, was natürlich nicht immer gelingt. Der Fonds investiert einerseits in Anleihen, deren Mindestanteil bei 50% liegt. Andererseits ist damit der maximale Anteil von Aktien auf 50% begrenzt, wobei man dividenden– und substanzstarke Titel vorzieht. Der aktive Investmentansatz soll eine schnelle Anpassung an die sich verändernden Marktgegebenheiten ermöglichen. Immerhin hat der Fonds im nicht ganz einfachen Jahr 2015 eine Wertentwicklung von 15,1% vorzuweisen. Auch in den Jahren zuvor lag die Performance um die 10% pro Jahr. Allerdings ist das aktive Management mit einer Erfolgsprämie und einer hohen Gesamtkostenquote nicht gerade billig erkauft.
