In Anbe­tracht der in den letz­ten Wochen viel­fach nach unten kor­ri­gier­ten Erwar­tun­gen wol­len wir an die­ser Stelle noch ein wenig kon­kre­ter die ein­gangs erwähn­ten struk­tu­rel­len Pro­blem­fak­to­ren der Welt­wirt­schaft anfüh­ren, die Rou­bini neu­lich iden­ti­fi­ziert und kom­mu­ni­ziert hat. Das sind sei­ner Dia­gnose zufolge kurz zusam­men­ge­fasst: der welt­weite Rück­gang des Poten­zi­al­wachs­tums; ein rea­les Wachs­tum unter die­sem Poten­zial; die zur Norm gewor­dene unkon­ven­tio­nelle Geld­po­li­tik; der ver­geb­li­che Ver­such, hin­rei­chende Infla­tion zu gene­rie­ren; die Füt­te­rung einer Wert­pa­pier­blase durch quan­ti­ta­tive Locke­rung; die Koexis­tenz von „kran­ker“ Real­wirt­schaft und geld­po­li­tisch gemäs­te­ten Finanz­märk­ten; die noch aus­ste­hende Reak­tion der Finanz­märkte auf die wach­sen­den geo­po­li­ti­schen Ver­wer­fun­gen. Eine Menge mög­li­cher Risi­ken und Pro­blem­fel­der, die auch weni­ger pes­si­mis­ti­sche Anle­ger im Auge behal­ten soll­ten. Von regio­na­len Kri­sen, etwa der des Euro­raums, hat Rou­bini dabei noch gar nicht gere­det. Offen­bar wer­den der­zeit gene­rell Pro­blem­lö­sun­gen, die sich als stumpf erwei­sen, wie­der ver­mehrt sel­ber als Pro­bleme bzw. als bloße Pro­blem­ver­schie­bun­gen in die Zukunft wahr­ge­nom­men. Jedoch spielt selbst Rou­bini – obwohl er einen Ruf als Schwarz­se­her zu ver­lie­ren hat – nicht den Unter­gangs­pro­phe­ten, der etwa einen nahen Crash pro­gnos­ti­ziert.

Auch bei etwas posi­ti­ve­rer Erwar­tungs­hal­tung ist es aber der­zeit wenig ver­wun­der­lich, dass Inves­to­ren zurück­hal­ten­der ope­rie­ren. Das sehen wir, wie schon in den Wochen zuvor, auch bei den von uns erfass­ten Käu­fen: Rela­tiv gerin­ges Volu­men; keine Fonds; wenige Aktien; deut­lich mehr Anlei­hen, die folg­lich auch die bei­den Top-​​Kauf-​​Rankings domi­nie­ren. Wäh­rend die gelis­te­ten Staats­an­lei­hen mit 0 Pro­zent (A1HMX4; 114168) oder weni­ger (A18W2C) ren­tie­ren, kom­men die Unter­neh­mens­an­lei­hen auf Werte um die Top-Käufe Depotgewicht

oder über 1 Pro­zent; die Pro­sie­ben­an­leihe etwa ren­tiert mit 1,78% am höchs­ten.

Bei den Aktien wur­den neu in Depots genom­men u.a. die Papiere von LVMH Moët Henn. L. Vuit­ton, VISA, Atlas, Alli­anz und Reed Else­vier. Nur der Kauf des Thule-​​Group-​​Papiers schaffte es in die Top-​​Kauf-​​Liste gemäß Depot­ge­wicht. Die Thule-​​Group ist „ein 1942 in Schwe­den gegrün­de­ter Her­stel­ler von Trans­port­sys­te­men. Der Haupt­sitz der Thule Group befin­det sich in Malmö. Die Thule Group beschäf­tigt an mehr als 50 Pro­duk­ti­ons– und Ver­kaufs­stand­or­ten auf der gan­zen Welt über 2200 Mit­ar­bei­ter. Zum Sor­ti­ment gehö­ren Auto­ge­päck­trä­ger, unter ande­rem Grund­trä­ger, Dach­bo­xen, Fahrrad-​​, Ski­trä­ger sowie Dach­ge­päck­körbe, Kin­der­trans­port­lö­sun­gen, Fahr­rad­an­hän­ger und Acces­soires, z. B. Taschen, Zurr­gurte und Auf­be­wah­rungs­lö­sun­gen.“ (wiki­pe­dia) Nach Eigenaus­kunft ist Thule in die­sen Fel­dern Welt­markt­füh­rer. Nor­dic Capi­tal ist der größte Anteils­eig­ner mit etwa 10.5% der Aktien. Im Bran­chen­ma­ga­zin Rad­markt konn­ten wir am 17.2.2016 ein mög­li­ches Argu­ment für den Kauf der Aktie lesen: „Die bör­sen­no­tierte Thule Group AB hat im Geschäfts­jahr 2015 einen Gesamt­um­satz von 5,32 Mil­li­ar­den SEK (562,16 Mil­lio­nen Euro) ein­ge­fah­ren. Ver­gli­chen mit dem Vor­jahr ist das ein gutes Plus von 16,8 Pro­zent. Das wäh­rungs­be­rei­nigte Plus liegt aller­dings nur bei einem ein­stel­li­gen Plus von 5,1 Pro­zent.“ Dem Bericht zufolge ist Thule-​​CEO Welan­der auch für das lau­fende Jahr 2016 zuver­sicht­lich: „Dank der gesun­den Ent­wick­lung in 2015 haben wir unsere starke Markt­po­si­tion wei­ter aus­bauen kön­nen… jetzt fokus­sie­ren wir uns mit vie­len neuen Pro­dukt­vor­stel­lun­gen auf ein kon­ti­nu­ier­li­ches Wachs­tum sowie die zweite Ver­bes­se­rungs­phase unse­rer lie­fer­ket­ten­über­grei­fen­den Effi­zi­enz­stei­ge­rung und eine Viel­zahl ande­rer inter­es­san­ter Mar­ke­tin­gin­itia­ti­ven.“