Top-Käufe
| nach Umsatzgröße | WKN | |
|---|---|---|
| 1. | 0,375% Dt.Telek.Intl F.17/21.1 | A19CF5 |
| 2. | 0,75% Vonovia Finance 17/22 MTN | A19B8D |
| 3. | 1,625% Strabag Se 15 – 22.1 | A1ZVMF |
| 4. | 1,25% Dvb Bank MTN.16/23 | A2BPTD |
| 5. | 1,875% Natl Austr. Bk 2021 MTN | A1830U |
In der Berichtswoche bestimmten einerseits „frische“ Unternehmenszahlen bzw. –nachrichten die Kaufentscheidungen der Verwaltungen. Andererseits spielt die generelle makroökonomische Lage, d.h. das Geflecht der sogenannten „systematischen Risiko-Faktoren“ bei Käufen eine tragende Rolle. Das gilt etwa für die unter „Märkte und Favoriten“ bereits erwähnte hohe Zahl von in Dollar notierten Käufen von Unternehmensanleihen während der Berichtswoche, denen spezifische Erwartungen insbesondere in Bezug auf Zins– und Wechselkursentwicklungen zugrunde liegen.
Die Notenbank-Mitteilungen in der Berichtswoche sind auch eine Momentaufnahme dieser und weiterer wichtiger makroökonomischer Risiko– und Ertragsfaktoren. Die Berichtswoche zeigte: die drei Zentralbanken Japans, der USA und Englands sehen sich und „ihre“ Wirtschaften zwar vor teils unterschiedliche Herausforderungen gestellt. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie ihre wichtigsten operativen Zielgrößen nicht veränderten. D.h., sie achten auf ihre Linie auch gegenüber Einflüssen von außen und nehmen derzeit tendenziell eher eine abwartende Haltung ein.
Die japanische Zentralbank BoJ gilt als Vorreiterin in Sachen Neuer Geldpolitik mit einschlägigen Erfahrungen seit den 90er Jahren. Seit Spätsommer letzten Jahres zielt sie darauf ab, die gesamte Zinskurve zu steuern. Der Leitzins beträgt weiterhin –0,10%; die Zielrendite bei 10jährigen japanischen Staatsanleihen liegt bei 0%. Fraglich ist, ob dieser hohe Kontrollanspruch wie erwünscht überhaupt umgesetzt werden kann. Beobachter bezweifeln das und rechnen mit weiteren Renditeanstiegen gerade am langen Ende. Hinzu kommt die Befürchtung, Trump könnte Druck machen, weil expansive Geldpolitik und Abwertung des Yen eine intendierte Einheit bilden, auch wenn dies von Seiten der Zentralbank allein mit dem für Japan schon beinahe „magischen“ Ziel begründet wird, bis 2019 eine Inflation von 2% zu generieren. Japanische Titel sind in der Berichtswoche nur im Singular auf dem Verkaufszettel einer von uns erfassten Verwaltung gestanden; auch sonst tauchen sie seit geraumer Zeit nur marginal in unseren Handelslisten auf. Ob bis 2019 die japanischen Märkte auch für die Vermögensverwaltungen, die wir beobachten, wieder attraktiver werden?
Top-Käufe
| nach Depotgewicht | WKN | |
|---|---|---|
| 1. | 0,375% Dt.Telek.Intl F.17/21.1 | A19CF5 |
| 2. | Alphabet Inc. Reg. ShsCap.Stk Cl. C DL-,001 | A14Y6H |
| 3. | XNAS1,25% Dvb Bank MTN.16/23 | A2BPTD |
| 4. | 0% Fresenius Fin. Ire. 17/24.6 | A19B3F |
| 5. | 2,25% Co.Nac.Cob.Chile 14/24 | A1ZLUU |
Bei der Bank of England stehen naturgemäß mögliche Auswirkungen des Brexit im Vordergrund. Der Leitzins, der kurz nach dem Brexit-Entscheid auf 0,25% gesenkt worden ist, wird seither konstant gehalten, insbesondere weil sich die Wirtschaft bisher als unerwartet robust erwiesen hat. Das reflektiert sich in den Zentralbank-Projektionen für 2017: das erwartete Wirtschaftswachstum wurde in der Berichtswoche von 1,4% (November 2016) auf 2,0% angehoben. Insgesamt sieht man trotz der politischen Unsicherheiten die Wirtschaft mittelfristig in vergleichsweise guter Form. Das sehen offenbar viele der von uns erfassten Vermögensverwaltungen ähnlich, die in den letzten Monaten, auch in der Berichtswoche wieder, in britische Unternehmen investierten.
Im Zusammenhang mit der Fed heißt die erste Frage weiterhin: wann kommt die nächste Zinserhöhung? (derzeit: Juni oder schon März?). Die Auskunftsbereitschaft der Fed am Mittwoch der Berichtswoche zur Beantwortung dieser Frage war jedoch in etwa so groß wie die eines klassischen Westernhelden, auch wenn die positive Entwicklung der Konjunktur bestätigt wurde. Gedeutet wird dies vielfach als abwartendes Verhalten in Bezug auf Trump, denn bei Straffung könnte es Ärger mit dem Präsidenten geben. Doppelte Kontingenz also, um es vornehm auszudrücken? Oder, um im eben verwendeten, etwas derberen Bild zu bleiben: kurz vor dem unvermeidlichen Duell? Vielleicht denkt man dann ja ganz einfach, wer zuerst zieht, hat verloren. Wie dem auch sei. Zwischen Anhebung der Zinsen bei gutem konjunkturellem Umfeld und Trumpschen Ankündigungen, die viele neue Arbeitsstellen versprechen sowie eine Abwertung des Dollar intendieren, spielen Vermögensverwaltungen derzeit viele Szenarien durch. Man darf gespannt sein, für welches sich die Wirklichkeit entscheidet.
