In der Berichtswoche vom 23.1. bis 27.1.2017 gaben die von uns erfassten Vermögenverwaltungen, die ihre Daten meldeten, insgesamt 3,58 Mio. Euro für Wertpapierkäufe aus. Das ist etwas mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes der Woche. Davon wurden 2,59 Mio. in Aktien gesteckt, 0,87 in Anleihen und 0,12 in Derivate. Damit machten Aktien rund 72 Prozent der Käufe aus, Anleihen 24 Prozent und Derivate 4 Prozent.
Top-Käufe
| nach Umsatzgröße | WKN | |
|---|---|---|
| 1. | 4% Afr. Exp.-Imp.Bk 16/21MTN | A1810F |
| 2. | Waters Corp XNYS | 898123 |
| 3. | Valéo S.A XFRA | A2ALDB |
| 4. | Fomento Construc. Contratas SA XFRA | 883790 |
| 5. | Nexans S.A XFRA | 676168 |
Betrachten wir zuerst die Anleihen: hier wurde ausschließlich in Unternehmensanleihen investiert. Eine davon war die am 24.5.2016 emittierte vierprozentige African-Export-Import-Bank-Anleihe (WKN: A1810F), die bis 24.05.2021 läuft. Sie rentiert aktuell mit 3,834 % und war kaufseitig die größte Transaktion der Woche. Folglich steht sie an der Spitze bei den Top-Käufen gemäß Umsatzvolumen. Das Moody’s Rating für diese Anleihe ist Baa1, d.h. mittlere Sicherheit, oder ein wenig ausführlicher: „Durchschnittlich gute Anlage. Bei Verschlechterung der Gesamtwirtschaft ist aber mit Problemen zu rechnen“.
Für den Bereich der Derivate-Käufe ist nur eine Transaktion gelistet, die sich auf ein Discount-Zertifikat auf den Euro Stoxx50 von Société Générale bezieht. Im Vergleich zur Vorwoche, als bei extrem geringem Umsatz immerhin drei Zertifikate auf dem aggregierten Einkaufzettel standen, schwächte sich offenbar das Interesse an strukturierten Produkten in der Berichtswoche deutlich ab.
Kommen wir nun zu den Aktien, den Hauptträgern des Kaufumsatzes, und nehmen wir einen kleinen Umweg über hilfreiches Vorwissen. Das russische Wort „Zwet“ heißt auf Deutsch „Farbe“. Und manchmal ist bekanntlich der Name ein Zeichen. Der in Asti, Italien, geborene russische Botaniker Michail Semjonowitsch Zwet hielt 1903 vor der ehrwürdigen „Biologischen Sektion der Warschauer Gesellschaft der Naturwissenschaftler“ einen Vortrag mit dem Titel: „Über eine neue Kategorie von Adsorptionsphänomenen und ihre Anwendung auf die biochemische Analyse.“ Im Ergebnis beschrieb er, wie er ein Stoffgemisch in Bestandteile trennen konnte, die dann unterschiedliche Farben aufwiesen. Deshalb nannte er das Verfahren „Chromatographie“, auf Deutsch also: „Farbschreibung“. Die Chromatographie hat sich seither wissenschaftlich weiterentwickelt und vielfältig in Unterarten differenziert. Eine davon ist die Flüssigkeitschromatographie. Als einer der weltweit führenden Hersteller der hierfür erforderlichen Apparaturen gilt die Waters Corporation, wobei auch hier „Waters“ nichts mit der Flüssigkeit bei der Chromatographie zu tun hat, sondern lediglich mit dem Gründer dieser Firma. Die Waters Corporation, die in Milford, Massachusetts, ihren Hauptsitz hat, stellt jedoch auch andere High-Tech-Instrumente her, wie etwa Geräte für die Massenspektrometrie oder die Thermoanalyse. Kunden sind Unternehmen aus den Bereichen Pharma / Life Science oder Universitäten, staatliche Forschungseinrichtungen, Laboratorien und Institutionen der Qualitätskontrolle. Am 24.1.2017 hat eine von uns erfasste Vermögensverwaltung Aktien der Waters Corp. gekauft, und dies in einem Umfang, der ausreichte, dass diese Transaktion in beiden Topkauflisten erscheint.
Top-Käufe
| nach Depotgewicht | WKN | |
|---|---|---|
| 1. | Waters Corp XNYS | 898123 |
| 2. | Téléperformance SE XPAR | 889287 |
| 3. | Check Point Software Techs Ltd XNAS | 901638 |
| 4. | ESTX 50 (SGE) 06/18.23 | SE3DCB |
| 5. | Valéo S.A XFRA | A2ALDB |
Am 24.1.2017 wurden zudem die jüngsten Quartalsergebnisse der Waters Corp. veröffentlicht, und die waren, wie auch auf der Internetseite des Unternehmens nachzulesen ist, gut – gut genug, dass offenbar die genannte Vermögensverwaltung „zugriff“. So konnte Waters etwa die Umsätze gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 7% steigern, wobei das Wachstum quer zu Kunden und Produktkategorien relativ ausgeglichen und insbesondere in Asien und Europa kräftig war.
