Ganz oben steht in unse­rer Top­kauf­liste ein ETF auf den japa­ni­schen Akti­en­markt. Der Fonds möchte mög­lichst exakt die Wert­ent­wick­lung des MSCI Japan 100% Hedged to USD Net TR Index abbil­den, indem er direkt in die im Index ent­hal­te­nen Titel inves­tiert. Er setzt außer­dem Wäh­rungs­si­che­rungs­ge­schäfte ein, um Effekte von Wech­sel­kurs­schwan­kun­gen zwi­schen USD (Basis­wäh­rung des Fonds) und Yen abzu­fe­dern. Auf der Basis von USD weist der Fonds seit Jah­res­be­ginn ein Minus von 4,53% auf, über drei (sechs) Monate auf­grund der Kurs­er­ho­lung seit dem Som­mer die­ses Jah­res jedoch ein beträcht­li­ches Plus von 10,13 % (11,43) auf. Das weckt „Begehr­lich­kei­ten“. Und nicht wenige Markt­be­ob­ach­ter erwar­ten wei­ter­hin einen Lauf der japa­ni­schen Aktien und sehen daher immer noch gute Ein­stiegs­chan­cen etwa per ETF. Als Gründe wer­den dem­ent­spre­chend sys­te­ma­ti­sche, makro­öko­no­mi­sche Fak­to­ren ange­ge­ben: Einer davon ist selbst­ver­ständ­lich die Nip­pon Ginko, die Bank of Japan, die als prak­ti­sche Erfin­de­rin und Erst­an­wen­de­rin des Quan­ti­ta­tive Easing im Jahr 2001 seit 2007 for­ciert eine ultra­lo­ckere Geld­po­li­tik betreibt – aller­dings auf die lange Frist betrach­tet dann doch erfolg­los.

Gleich­wohl gilt die poli­tisch von Abe gestützte, gera­dezu ver­krampft lockere Poli­tik der Zen­tral­bank als Garant für lang­fris­tig unat­trak­tive Zin­sen, was den Aktien auch zukünf­tig zugu­te­kom­men sollte. Nicht zuletzt beflü­gelt in die­sem Kon­text in den letz­ten Mona­ten soge­nann­tes „Heli­ko­pter­geld“ immer wie­der die Phan­ta­sien von Markt­be­ob­ach­tern, Anle­gern und Öffent­lich­keit. Als wei­tere, die Akti­en­kurse pus­hende Kraft gilt man­chen Beob­ach­tern der­zeit das zur Kon­junk­tur­sti­mu­la­tion pro­jek­tierte große Aus­ga­ben­pro­gramm der Regie­rung, das in den nächs­ten Mona­ten Wir­kung ent­fal­ten sollte. Ein Teil davon wird in die Infra­struk­tur gesteckt (auch zur Besei­ti­gung von Schä­den durch Erd­be­ben), ein ande­rer Teil besteht in Steu­er­sen­kun­gen, die unter ande­rem eine bes­sere Arbeits­markt­in­te­gra­tion von Frauen bewir­ken sol­len.

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Sti­mu­la­tion wird auch von der wie­der gewach­se­nen Nach­frage Chi­nas – des größ­ten Han­dels­part­ners – nach japa­ni­schen Gütern erwar­tet. Markt­be­ob­ach­ter ver­wei­sen zudem auf eine starke Zunahme von Akti­en­rück­käu­fen als posi­ti­ven Kurs­fak­tor – dies trotz Gewinn­rück­gän­gen. Und schließ­lich setzt man­cher opti­mis­ti­sche Ver­mö­gens­ver­wal­ter auch auf posi­tive Impulse durch die USA, sprich die zukünf­tige „Trump-​​Administration“. Opti­mis­ten ver­wei­sen auf diese und wei­tere posi­ti­ven Punkte. Sie sehen sich darin bestä­tigt, dass auch Pen­si­ons­kas­sen und Ver­si­che­run­gen im letz­ten Jahr ver­stärkt in japa­ni­sche Aktien ein­ge­stie­gen sind. Pes­si­mis­ten dürf­ten hierzu aber jeweils pas­sende Gegen­ar­gu­mente ein­fal­len, was es Rea­lis­ten und Ratio­na­lis­ten ein­fa­cher machen sollte, aus dem Für und Wider nach gründ­li­cher Prü­fung zu einem eigen­stän­di­gen Urteil zu gelan­gen.

Gründ­li­che Prü­fung ist auch das Geschäfts­mo­dell des in unse­rer abso­lu­ten Top­kauf­liste fünft­plat­zier­ten Unter­neh­mens. Die SGS Société Géné­rale de Sur­veil­lance Hol­ding S.A. hat sich auf neu­trale Kon­trol­len, Inspek­tio­nen und Zer­ti­fi­zie­run­gen von Han­dels­wa­ren und auf die Qua­li­täts­zer­ti­fi­zie­run­gen von öffent­li­chen und pri­va­ten Insti­tu­tio­nen spe­zia­li­siert. Das Kern­ge­schäft ist vier­fach dif­fe­ren­ziert: Test, Inspek­tion, Zer­ti­fi­zie­rung und Veri­fi­zie­rung. Der Kon­zern betreibt ins­ge­samt welt­weit über 1.650 Büros und Labore. Die Schwei­zer Han­dels­zei­tung schrieb unlängst (18.11.2016) über die SGS-​​Aktie: „Die Aktien des Waren­prüf­kon­zerns SGS ste­hen unter Ver­kaufs­druck – das Über­gangs­jahr 2016 sollte sich 2017 fort­set­zen. Das wurde vom Markt so offen­sicht­lich nicht erwar­tet. Die Durst­stre­cke im Öl– und Gas­ge­schäft dau­ert wohl län­ger als erwar­tet. Für lang­fris­tig ori­en­tierte Anle­ger ist SGS bei wei­te­ren Kurs­ver­lus­ten kau­fens­wert.“