Die Käufe der Berichts­wo­che im Wert von knapp 15,2 Mio. Euro ver­teil­ten sich auf Aktien (12,68 Mio.), Anlei­hen (1,75), Deri­vate (0,44) und Fonds (0,3). Betrach­ten wir zunächst die first five in der Aktien-​​Topkaufliste gemäß Umsatz­vo­lu­men, für die wir in unse­rem News­let­ter keine eigen­stän­dige Tabelle ver­öf­fent­li­chen. Dann ergibt sich fol­gende Rei­hen­folge: 1) Pay­Pal; 2) Axa; 3) Uni­le­ver; 4) Gebe­rit; 5) Alli­anz. Was fällt dabei auf? Dass es sich um exakt die glei­che Rang­folge wie in der Wertpapier-​​Topkaufliste gemäß Volu­men han­delt. Eine äußerst sel­tene „Koin­zi­denz“, die aller­dings bei der Kauf­struk­tur der Berichts­wo­che alles andere als zufäl­lig ist.

Kom­men wir nun zu unse­rem erst­plat­zier­ten Wert­pa­pier im abso­lu­ten Kauf­ran­king, zu Pay­Pal. Der Akti­en­kurs in Dol­lar ist seit Juni 2016 von 34 $ auf über 44 $ am 21. Okto­ber 2016 gestie­gen; seit­her ist die Aktie wie­der bil­li­ger gewor­den, aktu­ell liegt der Preis bei etwas über 39 $. Für den Kurs­auf­trieb nach dem 20. Okto­ber und das neue All­zeit­hoch sorg­ten gute Geschäfts­zah­len für das dritte Quar­tal, die bes­ser waren, als viele Ana­lys­ten erwar­tet hat­ten. Das galt für den Umsatz von 2,67 Mrd. $, der auch im Ver­gleich zum Q3 in 2015 um 18 Pro­zent gewach­sen war. Der Gewinn in Q3 2016 belief sich auf 323 Mio. $, was eine Stei­ge­rung um 7,3% bedeu­tete. Auch bei den Kun­den konnte man Zuwachs­ra­ten von 11% ver­zeich­nen, so dass nun 192 Mil­lio­nen Nut­zer den Bezahl­dienst­leis­ter nut­zen. Stra­te­gisch wird erwar­tet, dass die zuneh­mende Bedeu­tung des Online-​​Handels Pay­Pal wei­ter­hin wach­sen las­sen wird. Das gilt vor allem für den Bereich Asien, des­sen rie­si­ges Poten­tial auch Pay­Pal wei­ter und bes­ser nut­zen möchte. So hat man etwa bereits 2015 den Bezahl-​​Dienstleister Xoom für rund 900 Mio. $ gekauft. In tak­ti­scher Hin­sicht ist das kom­mende Weih­nachts­ge­schäft nicht ohne Belang. Pay­pal pro­fi­tiert hier von den vie­len Online-​​Bestellungen, deren Wachs­tum wei­ter zuneh­men wird. Bleibt nur zu hof­fen, dass dann Pay­Pal von DDoS-​​Attacken ver­schont bleibt, die Ende Okto­ber den Pro­vi­der Dyn lahm leg­ten, was Aus­fälle etwa bei Twit­ter und auch bei Pay­Pal zur Folge hatte. Das hat zum dar­auf fol­gen­den Rück­gang des Akti­en­kur­ses beige­tra­gen. Unge­klärt ist, ob Gewinn­mit­nah­men der Grund hier­für waren oder die Furcht vor wei­te­ren Cyber-​​Angriffen.

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Das in unse­rem Ran­king dritt­plat­zierte Wert­pa­pier ist die Unilever-​​Aktie. Wir zitie­ren zunächst aus einem Arti­kel von Sonja Funke (14.11., Börse-​​Online): „Wür­zig und etwas säu­er­lich, leicht bit­ter und von zäher Kon­sis­tenz – so etwa lässt sich der bri­ti­sche Brot­auf­strich Mar­mite beschrei­ben. Das beliebte Pro­dukt aus dem Hause Uni­le­ver war Thema eines lan­des­wei­ten Auf­schreis in Groß­bri­tan­nien: Der britisch-​​niederländische Kon­sum­gü­ter­kon­zern hatte die Lie­fe­rung des kul­ti­gen Hefe­ex­trakts und ande­rer Pro­dukte an die füh­rende Super­markt­kette Tesco gestoppt. ‚Teile Groß­bri­tan­ni­ens sind nicht mehr mit Mar­mite ver­sorgt‘, schrieb der ‚Guar­dian‘ auf sei­ner Web­seite – als warnte er vor einer natio­na­len Bedro­hung.“ Ist dem­nach Uni­le­ver für die gusta­tive Grund­ver­sor­gung der Bri­ten wich­ti­ger als etwa die EU-​​Mitgliedschaft?

Wenn ja, dann nein – die Sache ist para­dox. Denn die auf den Brexit-​​Entscheid fol­gende Abwer­tung des Pfunds hat zu höhe­ren Kos­ten der Euro-​​Waren bzw. –Zuta­ten geführt und damit auch die Kos­ten für Uni­le­ver erhöht. Uni­le­ver möchte das an die Kun­den wei­ter­ge­ben. Tesco wei­gerte sich, mit der Folge, dass sich die Regale leer­ten. Den­noch konnte der welt­weit zweit­größte Kon­sum­gü­ter­kon­zern in Q3 einen Umsatz­an­stieg auf Basis kon­stan­ter Wech­sel­kurse um 3,4 Pro­zent auf 13,4 Mrd. Euro ver­bu­chen. Aller­dings lau­fen die Geschäfte in Schwel­len­län­dern deut­lich dyna­mi­scher als in den hoch­ent­wi­ckel­ten Wirt­schaf­ten, wo die Nach­frage schwach und vola­til sei – ist also der Marmite-​​Streit für Uni­le­ver doch mehr als eine Kurio­si­tät am Rande?