Eines der Haupt­the­men, das der­zeit auch die Finanz­märkte bewegt, sind die Prä­si­dent­schafts­wah­len in den USA – d.h. prä­zi­ser: die Wahl der Wahl­män­ner für das Elec­to­ral Col­lege am 8. Novem­ber 2016. Was erwar­ten davon die Märkte? Mit wel­chen Effek­ten ist zu rech­nen? Diese Fra­gen ver­such­ten die bei­den in den USA leh­ren­den Ökonomie-​​Professoren Jus­tin Wol­fers und Eric Zit­ze­witz in einer Stu­die zu beant­wor­ten, die in der Berichts­wo­che viel­fäl­tige und durch­aus auch kri­ti­sche bis ableh­nende Reak­tio­nen in der eng­lisch­spra­chi­gen Finanz­presse her­vor­rie­fen. Der Titel des online zugäng­li­chen “Papers” lau­tet: „What do finan­cial mar­kets think of the 2016 elec­tion?“ Basis der Ein­schät­zung der bei­den Wis­sen­schaft­ler sind die Markt­re­ak­tio­nen ins­be­son­dere auf die erste Debatte zwi­schen Clin­ton und Trump am 26.9. 2016. Den Berech­nun­gen der bei­den Pro­fes­so­ren zufolge glau­ben die Markt­teil­neh­mer im Durch­schnitt, dass ein Trump-​​Sieg die Kurse des S&P 500, der UK– und der asia­ti­schen Akti­en­märkte um 10 – 15% redu­zie­ren würde; dass der Ölpreis um 4 US-​​Dollar fal­len würde; dass der Mexi­ka­ni­sche Peso um 25% nach unten ginge; und dass die Vola­ti­li­tät der Aktien sich signi­fi­kant erhö­hen würde. Teilt man diese Ein­schät­zung der Erwar­tun­gen der Märkte, dann folgt dar­aus: Die gegen­wär­tig fest­stell­bare rela­tive Ruhe an den Märk­ten – die wir auch aus den State­ments der von uns befrag­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter her­aus­hö­ren konn­ten – hat unter ande­rem damit zu tun, dass gene­rell mit einem Clinton-​​Sieg gerech­net wird. Wenn jedoch die „e-​​mail-​​Affäre“ Clin­tons, die damit ver­bun­de­nen FBI-​​Ermittlungen oder andere „Ent­hül­lun­gen“ im Wochen­ver­lauf die Dif­fe­renz der Kan­di­da­ten deut­lich ver­rin­gern soll­ten, wäre unter Umstän­den – anders als viele Markt­be­ob­ach­ter erwar­te­ten – mit stär­ke­ren Reak­tio­nen der Märkte sogar bereits in die­ser Woche zu rech­nen.

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Kom­men wir nun zum Erst­plat­zier­ten im abso­lu­ten Topkauf-​​Ranking. Beim fran­zö­si­schen Spirituosen-​​Hersteller Per­nod Ricard zeigt der Trend seit 2009 nach oben. Zu Beginn der Berichts­wo­che, am Mon­tag, 24.10.2016, gelang ein 12-​​Monats-​​Hoch mit 111,08 Euro. Am nächs­ten Tag griff eine von uns erfasste Ver­mö­gens­ver­wal­tung aus dem Süd­wes­ten bei einem Kurs von 108,74 zu. Das war vom Volu­men her die größte Kauf­trans­ak­tion der Berichts­wo­che. Bereits am 20. Okto­ber hatte Per­nod die Umsatz­zah­len des Q1 für 2016/​17 (Geschäfts­jahr 2017) bekannt­ge­ge­ben: Dem­nach belief sich der Net­to­um­satz auf 2,25 Mil­li­ar­den Euro; das orga­ni­sche Wachs­tum lag bei +4%. Als Wachs­tums­trei­ber erwie­sen sich vor allem Ame­rika (plus 8%) bzw. USA, wäh­rend die Ent­wick­lung in Europa sehr solide (plus 6%) und die in Asien sta­bil war. Per­nod Ricard kommt offen­bar die zuneh­mende Nor­ma­li­sie­rung der Bezie­hun­gen zwi­schen den USA und Kuba bei Erwei­te­rung ihres „Rum-​​Imperiums“ ent­ge­gen. Denn Per­nod Ricard stellt seit 1990 in einem Joint Ven­ture mit dem kuba­ni­schen Staat Rum (Havana Club) her, haupt­säch­lich für den Export. Bis­her konn­ten US-​​Bürger auf Besuch nur für maxi­mal 100 Dol­lar Alko­hol und Ziga­ret­ten von der Zucker­in­sel nach Hause mit­brin­gen. Das beschränkte auch die Menge an für den per­sön­li­chen Gebrauch ein­führ­ba­rem „Havana Club“. Die US-​​Regierung hat nun kürz­lich bekannt­ge­ge­ben, diese Restrik­tion auf­zu­he­ben. Die zustän­di­gen Stel­len bei Per­nod Ricard zeig­ten sich sehr erfreut. Ana­lys­ten von Jef­fe­ries schrie­ben dazu in einem aktu­el­len Kom­men­tar, dass in abseh­ba­rer Zukunft ein wei­te­rer Abbau von Sank­tio­nen zu erwar­ten sei, was dazu füh­ren werde, dass kuba­ni­scher Rum auch kom­mer­zi­ell in die USA impor­tiert wer­den könne. Das lie­ßen sie in ihre Bewer­tung der Aktie von Per­nod Ricard posi­tiv ein­flie­ßen.