Kaufseitig waren beim Umsatz Zertifikate mit 6,16 Mio. Euro führend, vor Fonds (4,94), Aktien (1,25) und Anleihen (0,52). Vergleicht man zunächst die absolute und die relative Topkäufe-Liste, dann fallen in Bezug auf die Produktpalette deutliche Unterschiede auf. Auf der absoluten Topkaufliste befindet sich ein Zertifikat (Xetra-Gold) und vier Fonds. Sowohl die Positionierung des Xetra-Gold-ETC wie von drei weiteren Fonds der first five gehen hier auf das Konto einer Vermögensverwaltung mit sehr großem Depot.
Eine ganz andere Produktklasse dominiert in der relativen Kauf-Rangliste. Hier sind fünf Aktien unter den first five. Die verteilen sich jedoch auf verschiedene Verwaltungen. Aufgrund dessen erscheint es aus Gründen der Repräsentativität für das Handelsverhalten in der Berichtswoche als angemessener, die Topverkaufsliste gemäß Anteil am Depot bevorzugt zu besprechen. Allerdings werden dabei dann gerade kleinere und offensiver ausgerichtete Portfolios stärker in den Fokus gerückt.
Ganz vorne in der relativen Rangliste ist ein Kauf von Novartis-Aktien. Novartis veränderte seit dem enttäuschenden Start des potenziellen Blockbusters Entresto seine Kommunikationsstrategie, wie Armando Guglielmetti am 10. September 2016 im Schweizer Tagesanzeiger schrieb: Das Management „redet das Potenzial neuer Medikamente nun nicht mehr gross, sondern wartet die Daten ab. Diese Strategie von Konzernchef Joe Jimenez, weniger zu versprechen und mehr zu liefern, stellt das Aufwärtspotenzial der Aktie infrage. Denn Jimenez vermittle Investoren den falschen Eindruck, dass Novartis nun ihrer üppigen Pipeline nicht mehr richtig vertraut“. Allerdings scheint das Unternehmen derzeit immer weniger Anlegern Kopfschmerzen zu bereiten. Mit dazu beigetragen hat zuletzt eine positive Phase-3-Studie zum Migränemedikament AMG 334. Aber auch weitere Medikamente konnten in den letzten Wochen für positive Schlagzeilen sorgen, wie etwa die Zulassung von Ilaris durch die US-Gesundheitsbehörde FDA, das periodische Fiebersyndrome bekämpft. Jedenfalls rateten von 17 Analysten, die seit Juli ihre Bewertungen der Aktie abgegeben haben, 10 mit „Kaufen“.

Die U-blox Holding AG aus der Schweiz bietet Halbleiterbausteine, Module und Software insbesondere im Zusammenhang mit elektronischen Positionierungssystemen und drahtloser Kommunikation an. Offenbar setzt U-blox dabei vermehrt auf das Internet der Dinge – das bekanntlich auf Menschen(arbeit) so weit wie möglich verzichten möchte. Die Dinge sollen es nämlich selber regeln. Ob diese Strategie allerdings glücken wird wie erhofft, ist offen. Beobachter halten das für möglich, allerdings lief das Geschäft für U-blox zuletzt durchwachsen. Manche Analysten wie auch die Manager von U-blox setzen darauf, dass man sich auf Nischen-Angebote mit wenig Konkurrenz spezialisiert hat. Eine Aktie offenbar, die Vertrauen in die Strategie voraussetzt. Der Beweis muss aber wohl noch erbracht werden.
Beim Internet der Dinge – oder IoT (Internet of Things), wie man in Walldorf sagt – möchte auch SAP nicht außen vor bleiben, sondern ganz vorne mitmischen. Zu diesem Zweck möchte man Unternehmen und Behörden von den Möglichkeiten von IoT überzeugen und in den kommenden fünf Jahren 2 Milliarden Euro in diesem Bereich investieren. „Das Geld soll unter anderem für die Einrichtung von mehreren Standorten weltweit verwendet werden, um mit Kunden, Partnern und auch Start-Ups die Entwicklung des Internets der Dinge voranzutreiben. Die sogenannten SAP-IoT-Labs sieht das Unternehmen als ‚Vorzeigestandorte‘ für die IoT-Forschung an“ (Stefan Beiersmann, ZDNet). SAP möchte auf dieser Grundlage unter anderem „einen digitalen Avatar schaffen, der Betriebsanlagen mithilfe von Sensoren überwacht und physische Inspektionen durch ‚digitale Inspektionen‘ ersetzt“ (ebenda).
Avatar leitet sich von dem Sanskrit-Wort avatāra her, was Abstieg (in den einschlägigen Texten meist eines Gottes) bedeutet. Hoffen wir, dass das kein böses Omen für den zukünftigen Kurs der SAP-Aktie ist oder der ganz und gar weltliche Preis für die Schöpfung eines Avatars.
