Im letz­ten News­let­ter erwähn­ten wir in einem Aus­blick, dass Janet Yel­len am Frei­tag der hier zu bespre­chen­den Woche 35 auf dem geld­po­li­ti­schen Sym­po­sium in Jack­son Hole eine mit Span­nung erwar­tete Rede hal­ten würde. Der Titel ihres nun auch ver­öf­fent­lich­ten Vor­trags lau­tete: „The Federal Reserve’s Mone­tary Policy Tool­kit: Past, Pre­sent, and Future“. Dem­ent­spre­chend war die Ent­wick­lung des geld­po­li­ti­schen Werk­zeug­kas­tens der Fed seit Beginn der jüngs­ten Finanz­krise ihr Haupt­thema.

Nach ihrer Ein­lei­tung ging sie jedoch zunächst auf eine mög­li­che bal­dige Zins­er­hö­hung der US-​​Notenbank ein. Zu die­sem Zweck beleuch­tete sie kurz die gegen­wär­tige Lage der US-​​Wirtschaft, die in letz­ter Zeit aus­rei­chend gewach­sen sei, um auch für Ver­bes­se­run­gen auf dem US-​​Arbeitsmarkt zu sor­gen. Haupt­trei­ber sei eine solide Kon­sum­nach­frage gewe­sen, wohin­ge­gen die Inves­ti­ti­ons­nach­frage eher schwach aus­ge­fal­len sei. In Bezug auf die nächste Zukunft erwarte das FOMC (Federal Open Mar­ket Com­mit­tee) wei­ter­hin ein mode­ra­tes GDP-​​Wachstum, eine Fort­set­zung der Ent­span­nung auf dem Arbeits­markt und die Annä­he­rung an die 2-​​Prozent-​​Inflation.

Vor die­sem Hin­ter­grund erachte das FOMC eine gra­du­elle Anpas­sung der Zins­rate für ange­mes­sen. Eine Zins­er­hö­hung hänge aller­dings auch von den zukünf­ti­gen Daten ab. Yel­len prä­sen­tierte dazu die Schät­zung, dass auf Basis diver­ser Pro­gno­sen der US-​​Leitzins mit 70-​​prozentiger Wahr­schein­lich­keit Ende 2017 zwi­schen 0 und 3,25 Pro­zent und Ende 2018 zwi­schen 0 und 4,5% lie­gen werde.

Grund für diese starke Streu­ung der Zins­er­war­tun­gen sei, dass die Öko­no­mie häu­fig von Schocks getrof­fen werde, die die öko­no­mi­schen Bedin­gun­gen unvor­her­seh­bar änder­ten. Aber gerade dafür müsse die Geld­po­li­tik gewapp­net sein: „Was wir wis­sen ist, dass wir einen geld­po­li­ti­schen Werk­zeug­kas­ten brau­chen, der es uns ermög­licht, auf eine große Band­breite von mög­li­chen Kon­stel­la­tio­nen zu rea­gie­ren“. Viel­falt der Instru­mente und genaue Kennt­nis ihrer situa­ti­ven Anwen­dung, lau­tet dem­nach das moderne Berufs­bild des Noten­ban­kers. Eine akti­vis­ti­sche und ambi­tio­nierte Geld­po­li­tik die­ses Stils – für Fried­man und die als ver­al­tet gel­ten­den Mone­ta­ris­ten eine Hor­ror­vor­stel­lung – macht sich damit ten­den­zi­ell zur rea­gie­ren­den Instanz, die auf ihre kom­pe­tente Fle­xi­bi­li­tät ver­traut. Was sie dann aktiv bestimmt, das ist die jeweils fall­ge­recht gewählte Instru­men­ten­kom­bi­na­tion als ver­meint­lich rich­tige Ant­wort. Und die ist eben nicht immer z.B. die unter gegen­wär­ti­gen Bedin­gun­gen erwar­tete Leit­zins­an­he­bung. Auch Zen­tral­ban­ker las­sen sich gerne ein­mal über­ra­schen …

KW35_Käufe_Depotgewicht

Auf das von uns erfasste Han­dels­ver­hal­ten in der Berichts­wo­che hat­ten die Aus­sa­gen von Frau Yel­len jedoch schon allein zeit­punkt­be­dingt keine Aus­wir­kun­gen. Im Ran­king der Top­käufe gemäß Kauf­vo­lu­men sind unter den first­five vier Akti­en­trans­ak­tio­nen. Die betref­fen­den Gesell­schaf­ten: Auf dem ers­ten Rang das däni­sche Phar­ma­un­ter­neh­men Novo-​​Nordisk, das unter­schied­li­che Hor­mone und Gerin­nungs­fak­to­ren ver­treibt. Auf dem drit­ten Platz der däni­sche Her­stel­ler von Head­sets, Hör­ge­rä­ten und audi­tiven Dia­gno­se­ge­rä­ten GN Store Nord. Auf Rang vier der in Ita­lien behei­ma­tete Kon­zern für Medi­zin­tech­nik Dia­so­rin. Und auf Posi­tion fünf das ita­lie­ni­sche Phar­ma­un­ter­neh­men Recor­dati, das sich auf Medi­ka­mente für die Pri­mär­ver­sor­gung und zur Behand­lung sel­te­ner Krank­hei­ten spe­zia­li­siert hat. Also Akti­en­käufe von vier Unter­neh­men aus dem Medi­zin– bzw. Gesund­heits­be­reich ganz vorne, wobei anzu­mer­ken ist: als Käu­fer tra­ten ver­schie­dene Ver­mö­gens­ver­wal­tun­gen in Erschei­nun­gen. Dar­über hin­aus sind auf dem gesam­ten Ein­kaufs­zet­tel der Woche noch wei­tere Aktien die­ser Bran­che gelis­tet.