Beim Kauf­um­satz in der Berichts­wo­che nah­men Zer­ti­fi­kate – hin­ter Anlei­hen und Aktien, aber noch vor den Fonds – den drit­ten Rang unter den von uns klas­si­fi­zier­ten Pro­dukt­klas­sen ein. Ein Zer­ti­fi­kat führt denn auch die Liste der Top­käufe gemäß Umsatz­vo­lu­men, ein ande­res die der Top­käufe gemäß Depot­ge­wicht an. Das waren auch schon alle Zer­ti­fi­kate, die in der Berichts­wo­che neu in Depots genom­men wur­den.

Die Ver­mö­gens­ver­wal­tung einer Bank aus dem Nor­den Deutsch­lands inves­tierte in ein Discount-​​Call-​​Zertifikat auf den Dax (PS19XE). Liegt der DAX am Fäl­lig­keits­ter­min unter 7500 Punk­ten, geht der Inves­tor leer aus. Ab 8000 Punk­ten gibt es 5 Euro. Das Papier ist pro­fi­ta­bler als ein Direkt­in­vest­ment, wenn sich der Dax bis zur Fäl­lig­keit grob seit­wärts bewegt oder knapp unter die 8000er-​​Schwelle fällt.

Eine Ver­mö­gens­ver­wal­tung aus dem Hes­si­schen steckte 5,99% ihres Depot­vo­lu­mens in ein am 4.1.2016 zu einem Preis von 2,16 Euro aus­ge­ge­be­nes Knock-​​Out-​​Zertifikat der Com­merz­bank mit dem Dax als Basis­wert (CD0RWV). Hier haben sich aktu­ell starke Kurs­än­de­run­gen erge­ben. In der Pro­dukt­be­schrei­bung heißt es: „Falls der zugrun­de­lie­gende Basis­wert wäh­rend der Lauf­zeit zu irgend­ei­nem Zeit­punkt (auch intra­day) die Knock-​​Out-​​Schwelle von 10.667 Pkt. berührt oder über­schrei­tet, ver­fällt das Wert­pa­pier wert­los. Um die Finan­zie­rungs­kos­ten des Emit­ten­ten zu decken, wer­den Strike und Knock-​​Out bei die­sem nicht lauf­zeit­be­grenz­ten Wert­pa­pier regel­mä­ßig ernied­rigt, so dass der Wert des Knock-​​Outs bei gleich­blei­ben­den Kur­sen des Basis­wer­tes sinkt.“ Da der Preis mit zuneh­men­der Nähe der Gefahr sinkt bzw. sich mit dem wach­sen­den Abstand von der K-​​O-​​Schwelle erhöht, ist er auf­grund der Dax-​​Verluste zu den Kauf­zeit­punk­ten am 20.1. auf Werte zwi­schen 12,55 und 13,17 gestie­gen (aktu­ell 9,17, siehe auch Top-Käufe Depotgewicht

Ver­käufe“). Der Preis folgt aus der For­mel ( 10.667 Pkt – Kurs des Basis­wer­tes in Pkt ) x 0,010. Der Hebel liegt bei 10,11.

Bewe­gen sich die Akti­en­kurse seit­wärts oder drif­ten sie einige Zeit nach unten, dann nimmt in der Regel nicht nur die Nach­frage nach geeig­ne­ten Zer­ti­fi­ka­ten zu, son­dern man beob­ach­tet ver­mehrt auch Short-​​ETFs. Wenig über­ra­schend also, dass auf dem drit­ten Platz in der Top-​​Rangliste der rela­ti­ven Käufe ein sol­cher ETF (A0X9AA) steht. „Der Fonds soll die Per­for­mance des Short­DAX ® x2 Index nach­bil­den. Die­ses soll haupt­säch­lich durch den Ein­satz von DFIs (deri­va­tive Finanz­markt­in­stru­mente) und über­wie­gend OTC-​​Swaps erreicht wer­den. ….. Der Short­DAX ® x2 Index ist ein gehe­bel­ter Short-​​Index, der das Umge­kehrte des Dop­pel­ten der täg­li­chen pro­zen­tua­len Ver­än­de­rung des DAX ®-Inde­xes bie­ten soll.“ (Pro­dukt­in­for­ma­tion)

 

Bli­cken wir in die Top-​​ten-​​Liste bei den Käu­fen gemäß Umsatz­vo­lu­men, dann sind sie­ben Posi­tio­nen von Staats­an­lei­hen besetzt. Über 70 Pro­zent der Anlei­hen­käufe gehen auf das Konto von Staats­an­lei­hen. Die­ses Bild der Berichts­wo­che steht in schar­fem Kon­trast zum Mus­ter der letz­ten Monate, in denen Unter­neh­mens­bonds, auch mit höhe­rem Risiko, die Regel waren und Staats­pa­piere gerade der Euro­län­der viel­fach nur noch die Aus­nahme. Das kann man inter­pre­tie­ren als wie­der ver­stärkte Inan­spruch­nahme Draghi-​​gestützter Sicher­heit. Denn Markt­be­ob­ach­ter berich­te­ten in der Woche gene­rell von ver­stärk­ter Nach­frage in die­sem Seg­ment. Dass in unse­rem Daten­satz aller­dings ita­lie­ni­sche Staats­pa­piere 57 Pro­zent aller Anleihen-​​Käufe aus­mach­ten, mag auf die spe­zi­fi­sche Prä­fe­renz eines Hau­ses, das ein sehr gro­ßes Depot ver­wal­tet, zurück­zu­füh­ren sein. Es bleibt abzu­war­ten, wie sich das kauf­ak­tive Anlei­hen­seg­ment in den nächs­ten Wochen ent­wi­ckeln wird.