Auf Platz zwei der relativ stärksten Käufe mit einem initialen Depotgewicht von immerhin drei Prozent steht der Kauf eines Double-Dax-Shorters. Das Prinzip: Mit jedem Punkt, den der DAX verliert, gewinnt das Zertifikat zwei hinzu. Das Papier wurde am 13.6. zu 9,08 Euro gekauft. Gestern (am 21.6.) notierte es noch bei 8,45 Euro. Von den rund 125.000 Euro die der Verwalter einsetzte, sind nach wenigen Tagen fast zehn Prozent verloren. Ob sich der Entscheider ärgert, ist selbstverständlich nicht gesagt. Schließlich kann das Papier mit Blick auf den Brexit als Sicherung eingekauft worden sein und das Depot mag insgesamt von der guten Aktienmarktentwicklung der vergangenen Tage profitiert haben.
Ansonsten werden Toplisten weitgehend von Anleihen dominiert. Uns fiel insbesondere der iShares Barclays Capital Euro Aggregate Bond auf. Er platzierte sich in der relativen Kaufliste ganz oben. Der Renten-ETF „ist ein boersengehandelter Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF), der möglichst genau die Wertentwicklung vom Barclays Capital Euro Aggregate Bond Index abbildet. Der ETF investiert direkt in die im Index enthaltenen Wertpapiere. Der Index bietet Zugang zu in Euro denominierten Rentenpapiere mit Investment Grade, die in Märkten der Eurozone boersennotiert sind. Der Index enthält ausschließlich Rentenpapiere mit einer Restlaufzeit von mindestens einem Jahr.“ (finanztreff.de).
Vor einigen Monaten wäre es noch fast unmöglich erschienen, mit diesem Papier, europäischen Investmentgrade-Renten, Rendite zu erzielen. Die Kursgewinne der vergangenen Wochen aber brachten den Anlegern noch einmal einige Prozentpunkte ein. Wieder warnen jetzt Experten mit Blick auf die schon negativen Renditen in zehnjährigen Bundesanleihen vor weiteren Engagements, aber der Entscheider, der diesen Fonds mit einem Depotgewicht von deutlich mehr als vier Prozent einkaufte, wähnt offenbar immer noch Luft nach oben.
Der Kauf bietet gutes Anschauungsmaterial für die Situation im Anleihenbereich. Mit immer weiter steigenden Kursen (und immer weiter sinkenden Renditen) wächst der Anleihenanteil in den Depots an. Angesichts der Kursgewinne dürfen sich alle vorsichtigen Anleger bestätigt fühlen und den Druck in Richtung weiterer Käufe erhöhen. Und so klettern und klettern alle und sehen dabei schon fast nicht mehr, dass das Ende der Fahnenstange kurz bevor steht. Zugleich zeigt die Anleihenentwicklung, dass Blasen eben auch im Rentenbereich möglich sind. Solange es noch Anleger gibt, die der Meinung sind, jetzt noch etwas von den vorübergehenden Kursanstiegen mitnehmen zu können und die Last der Korrektur nicht mittragen zu müssen, geht im langfristigen Bereich noch viel mehr.

Zu den wenigen Aktien in den Toplisten gehört die französische SES. „SES S.A. ist ein international tätiger Satellitenbetreiber. Über ihre Beteiligungen an den Satelliten-Betreibergesellschaften Ciel, QuetzSat, YahLive und O3b Networks und ihren eigenen Dienstleistungsunternehmen ist die SES global präsent. Angeboten werden Satellitenkommunikationslösungen im Bereich DTH-Rundfunk und HDTV-Plattformen, Telekommunikation, Instant-Netzwerk-Kommunikation und Breitbanddienste. Der Kundenkreis umfasst Rundfunk– und Fernsehgesellschaften, Regierungsorganisationen und Telekommunikationsunternehmen“ (finanztreff.de). Warum die Aktie gekauft wurde, verrät eine Kennzahl, die in der Analyse auf finanztreff.de eher nebenbei erscheint: 7,58%. Die Dividendenrendite (die für 2016 erwartet wird) lässt das Herz jeden Dividenjägers höher schlagen.
