Das Kaufvolumen in der Berichtwoche fiel mit 4,3 Mio. Euro unterdurchschnittlich aus. Knapp mehr als die Hälfte, nämlich 2,3 Mio. Euro, entfielen davon auf Aktienkäufe und rund 1,8 Mio. Euro steckten die Verwaltungen in Festverzinsliche.
Da der Kaufumsatz aufgrund des zurückhaltenden Meldeverhaltens der Verwaltungen in der Berichtswoche relativ gesehen dann doch als überdurchschnittlich zu beurteilen ist, kann von einer Kaufzurückhaltung – sieht man vom Fondssegment einmal ab – jedoch nicht geredet werden.
Auf den ersten Rang bei den Topkäufen nach Kaufvolumen kam der Erwerb eines Aktienpaktes der Norma Group.
Damit rückte ein Mitglied aus der zweiten Reihe des deutschen Aktien-„Universums“ gewissermaßen in unsere erste Reihe und ruft uns durch diese prominente Platzierung einmal mehr in Erinnerung, dass es neben dem „großen“ DAX auch noch andere deutsche Indizes gibt, die oder deren „Elemente“ Anleger nicht links liegen lassen sollten.
Generell ist es doch meist so, dass in unseren Toplisten und den Favoritenrankings Blue Chips aus Deutschland, Europa und den USA stark überrepräsentiert sind. Papiere der zweiten und dritten Reihe erzielen meist nicht das Volumen bzw. die Transaktionshäufigkeit, um ganz vorne zu landen. Sie befinden sich in der Regel auf den hinteren Rängen, wo sie dann unter „ferner liefen“ gar nicht mehr richtig wahrgenommen werden.
Dabei ist es nicht zuletzt aus Gründen der Diversifikation zunächst angeraten, den gesamten deutschen Aktienmarkt in den Blick zu nehmen.
Das gilt auch und gerade wenn die Neigung zum Home Bias besteht. Der muss bei weitem nicht so nachteilig sein, wie häufig mit Blick auf die moderne Portfoliotheorie bei gleichzeitiger Ignoranz gegenüber praktischen Problemen suggeriert wird.
Man kann die Präferenz für heimische Papiere gerade bei Einzeltitelselektion u.a. mit der einfacheren Informationsbeschaffung und darauf aufgebauter Expertise begründen. Wo Informationen viel schwieriger oder kaum zu beschaffen sind, können Private schließlich einfacher auf Fonds bzw. ETFs zurückgreifen.
Kommen wir zurück zu unserem Erstplatzierten, der im MDax enthalten ist: „Die Norma Group SE ist ein international tätiges Technologieunternehmen, das qualitativ hochwertige Verbindungslösungen produziert und vertreibt. Zu den Kernprodukten zählen Befestigungsschellen, Verbindungselemente sowie Fluidsysteme (Clamp, Connect und Fluid)“ (finanzen.net). Die Produkte des Unternehmens werden überwiegend in Landmaschinen, Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen, Baumaschinen und Haushaltsgeräten verbaut bzw. genutzt.
Im Geschäftsjahr 2015 gelang es der Norma Group, ihren Umsatz um 28 Prozent auf 889,6 Millionen Euro zu erhöhen. 2016 soll er um weitere 2 bis 5 % wachsen. Der Vorstandsvorsitzende Werner Deggim verwies in der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung stolz auf diverse Auszeichnungen wie auch auf weitere Großaufträge, die man an Land ziehen konnte.
Das reflektierte sich auch im Aktienkurs, der 2015 um 29,0% zulegte (MDAX: 22,7%). Das anerkennen auch die Analysten der Bankhäuser: Von 18 Bewertungen in den letzten Monaten rateten 12 mit „Buy“, 5 mit „Hold“ und eine mit „Sell“. Der Durchschnitt der Kursziele liegt bei 53 Euro (aktueller Kurs: 43,3).
Neben Norma gelang ein weiteres Unternehmen des MDAX in unser Topranking gemäß Umsatzvolumen: Der Baukonzern Hochtief. Der Kurs der Aktie erhöhte sich von knapp 78 Euro Anfang Februar auf über 117 Euro am Dienstag der Berichtswoche, um seither wieder etwas nachzugeben (aktuell 110 Euro).
Damit dürfte aber nach der Rally der letzten Monate die Luft zunächst einmal draußen sein.
