In den Top Ten bei den Käu­fen per Umsatz­vo­lu­men sind 9 Trans­ak­tio­nen von Unter­neh­mens­an­lei­hen und ein ETF-​​Investment (auf Platz 9) gelis­tet. Letz­te­res war das ein­zige Fonds-​​Investment in der Berichts­wo­che. Da es von einer Ver­mö­gens­ver­wal­tung mit klei­ne­rem Depot getä­tigt wurde, belegte es im Ran­king der depot­be­zo­ge­nen Kauf­an­teile Platz 1. Es han­delte sich um einen Short-​​ETF auf den Dax (A0X9AA). Der wurde in den letz­ten Wochen in der Erwar­tung, von fal­len­den Kur­sen kurz­fris­tig pro­fi­tie­ren zu kön­nen, schon häu­fi­ger gehan­delt. In der Vor­wo­che z.B. führte er die firstfive-​​Tabelle der Ver­käufe gemäß Depot­ge­wicht an.

Wen­den wir uns noch­mals kurz der im Volu­men­ran­king erst­plat­zier­ten PEMEX-​​Anleihe (A18Y3P) zu, die wir bereits im Abschnitt über die 3-​​Monats-​​Favoriten kurz kom­men­tier­ten. Die Ver­mö­gens­ver­wal­tung einer Spar­kasse mit grö­ße­rem Depot inves­tierte in der Berichts­wo­che ins­ge­samt über 4 Mil­lio­nen Euro in die Anleihe der mexi­ka­ni­schen Ölge­sell­schaft. Emis­si­ons­da­tum des in Euro notie­ren­den Papiers war der 15. 3. 2016. Damit kann der Inves­tor mit einem Zins­er­trag von 3,75% rech­nen, wenn es zu kei­nem Aus­fall kommt und der Inves­tor das Papier bis Lauf­zeit­ende in drei Jah­ren hält. Die viert­plat­zierte Anleihe des Mit­tel­ständ­lers Grenke (A18YNR) wurde eben­falls erst am 9.3.2016 emit­tiert. Die PEMEX-​​Anleihe erhält das glei­che Rating von Moody’s wie die dritt­plat­zierte Hei­ne­ken­an­leihe (A1Z6CV): Baa1, Invest­ment­grade, mitt­lere Sicher­heit. Die Anleihe des Bier­her­stel­lers hat aber einen gerin­ge­ren Kupon und läuft deut­lich län­ger, näm­lich von 2015 bis 2021. Die aktu­elle Ren­dite der Hei­ne­ken­an­leihe beläuft sich bei einem Kurs von 104,24 % auf 0,47% – vor­aus­ge­setzt der Ren­di­te­rech­ner spuckte das rich­tige Ergeb­nis aus. Denn dies sei hier kurz ein­ge­scho­ben: nicht alle Ren­di­ten, die man auf den ein­schlä­gi­gen Inter­net­por­ta­len fin­den kann, sind ganz frisch oder /​ und zuver­läs­sig – gerade im Nega­tiv­be­reich. Ins­be­son­dere wenn man in der Eile des Schreib­ge­fechts gedan­ken­los den erst­bes­ten Wert über­nimmt, darf man sich nicht wun­dern, wenn man über die eigene Leicht­gläu­big­keit retro­spek­tiv nur noch den Kopf schüt­teln kann. Der Ver­fas­ser des News­let­ters spricht hier aus eige­ner Erfah­rung.

Käufe Gewicht

Eine andere Gedan­ken­lo­sig­keit könnte das unbe­schränkte Ver­trauen in Kre­dit­ra­tings sein, die ja gleich­falls falsch sein kön­nen. Die­ser Ver­dacht galt jeden­falls vor eini­gen Jah­ren als neue Gewiss­heit, nach­dem eine schwere Finanz­krise das Ver­trauen der Anle­ger welt­weit tief erschüt­tert hatte. Man würde bei der Selbst­ver­ständ­lich­keit, mit der man heute wie­der die Ratings der gro­ßen Agen­tu­ren über­nimmt, kaum glau­ben, dass diese noch vor nicht allzu lan­ger Zeit den denk­bar schlech­tes­ten Ruf genos­sen. Also dann lie­ber ganz auf ein Rating ver­zich­ten? So ver­fuhr zumin­dest die VTG AG, ein Wag­gon­ver­miet– und Schie­nen­lo­gis­tik­un­ter­neh­men, das 2014 eine Anleihe ganz ohne Rating begab. Emit­tiert wurde diese im Volu­men­ran­king fünft­plat­zierte Mit­tel­stands­an­leihe (A1ZVCJ), um die Finan­zie­rung der Über­nahme der AAE (Ahaus Alstät­ter Eisen­bahn, Schweiz) durch ein Dar­le­hen abzu­lö­sen. Die Hybrid­an­leihe, die im Januar 2015 mit einem Gesamt­vo­lu­men von 250 Mio. Euro bege­ben wurde, ist nach­ran­gig gegen­über Fremd­ka­pi­tal, aber vor­ran­ging gegen­über dem Eigen­ka­pi­tal des Emit­ten­ten. Sie hat eine unbe­grenzte Lauf­zeit; bis zum 26.01.2020 gilt ein Fix-​​Kupon von 5%, danach ein varia­bler Zins­satz.