Die Akti­vi­tä­ten in der Berichts­wo­che waren, bezo­gen auf die ein­zel­nen Pro­dukt­klas­sen, die wir unter­schei­den, rela­tiv aus­ge­gli­chen. Keine fiel im Han­del mas­siv ab. Der Kauf­über­hang ist auch ein Indiz dafür, dass die Gestal­tungs­spiel­räume der­zeit deut­lich grö­ßer sind als die Berei­che, die vom rei­nen Hand­lungs­zwang beherrscht wer­den.

Käufe

In den Top­kauf­lis­ten konn­ten sich in der Berichts­wo­che fast nur Fonds und Aktien durch­set­zen. Unter den ers­ten Zehn der Top­käufe nach Depot­ge­wicht befin­det sich keine ein­zige Fest­ver­zins­li­che. Und im Ran­king nach Umsatz­vo­lu­men nur eine, und zwar auf dem zehn­ten Rang. Der Grund scheint auch die­ses Mal zu sein, dass die Haupt­in­ves­to­ren in Anlei­hen der­zeit bei ihren Enga­ge­ments stär­ker zu diver­si­fi­zie­ren gewillt sind als in der Ver­gan­gen­heit, in der sie manch­mal bei Ein­zel­wer­ten auch rich­tig klotz­ten. Unter den Top Ten befin­den sich immer­hin 4 (gemäß Volu­men) bzw. 5 (gemäß Depot­ge­wicht) Ein­zel­ak­tien. Betrach­tet man die Kauf-​​Rangfolge bloß bei den Aktien, dann ergibt sich nach dem Kauf­vo­lu­men fol­gende Rang­ord­nung der first five: 1. Con­ti­nen­tal; 2. Bayer; 3. Alli­anz; 4. Daim­ler; 5. Luxot­tica. Und das ent­spre­chende Ran­king der Aktien-​​Käufe gemäß Depot­ge­wicht sieht so aus: 1. Pru­den­tial; 2. Deut­sche Post; 3. Roche; 4. Air­bus Group; 5. Uni­le­ver.

Der bri­ti­sche Finanz­dienst­leis­ter Pru­den­tial, in dem seit 9.12. eine von uns erfasste Ver­mö­gens­ver­wal­tung mit immer­hin 3,17% ihres Depots inves­tiert ist, gehört zu den welt­weit füh­ren­den Anbie­tern von Ver­si­che­rungs­pro­duk­ten, Fonds und Leis­tun­gen als Direkt­bank. Die Aktie gilt den meis­ten Ana­lys­ten ihren Ein­schät­zun­gen der letz­ten Monate zufolge als unter­be­wer­tet, so dass sie über­wie­gend Kauf­emp­feh­lun­gen abge­ben. Aktu­ell liegt der Kurs der Aktie bei 14, 8 Pfund (KGV=10,7; Divi­den­den­ren­dite= 2,99%), die Top-Käufe_Gewicht_50-2015

opti­mis­tischs­ten Kurs­ziele bewe­gen sich im Bereich bis zu über 19 Pfund. Der Ana­lyst Jon Hocking von Mor­gan Stan­ley zählt die Aktie zu sei­nen bevor­zug­ten Wer­ten; er glaubt, dass sie beson­ders von einer Zins­wende in den USA pro­fi­tie­ren könne und zudem Divi­den­den­po­ten­zial habe. Auch Alan Dev­lin von Bar­clays meint, trotz durch­wach­se­ner Zah­len für das dritte Quar­tal, dass Pru­den­tial die bes­ten Wachs­tums­aus­sich­ten von allen gro­ßen euro­päi­schen Ver­si­che­rern habe.

 

Kom­men wir nun zu den Fonds. Ganz oben im Ran­king der Top­käufe nach Depot­ge­wicht steht auf Platz 1 und 2 ein ETF, der den M-​​Dax phy­sisch nach­bil­det. Beschrän­ken wir uns auf den ers­ten Rang: Die Ver­mö­gens­ver­wal­tung eines in Deutsch­land ansäs­si­gen Hau­ses – unser Erfas­sungs­ge­biet geht auch dar­über hin­aus – ver­traut offen­bar beson­ders in deut­sche Neben­werte. Denn sie hat immer­hin 8,69% ihres Depot­vo­lu­mens in die­sen ETF gesteckt. Die Per­for­mance des ETF, des­sen Gesamt­kos­ten­quote sich auf 0,51% beläuft, wird über ein Jahr mit 19,99% ange­ge­ben. Der in der Top­kauf­liste gemäß Volu­men erst­plat­zierte ETF auf den Dax (ETFL01) weist dem­ge­gen­über nur eine Per­for­mance von 7,13% über ein Jahr auf. Auch der zweit­plat­zierte ETF auf den Euro Stoxx 50 bringt es in die­sem Zeit­raum nur auf 5,38%. Offen­sicht­lich lohnt es sich, zumin­dest in Deutsch­land, die Neben­werte nicht bloß als Neben­sa­chen zu behan­deln. Im Schat­ten des gro­ßen Dax, der nicht nur medial stets die meiste Auf­merk­sam­keit attra­hiert, steht auch der TecDax. Die Ver­mö­gens­ver­wal­tung eines Bank­hau­ses aus dem Nor­den Deutsch­lands hat in der Berichts­wo­che in einen ETF inves­tiert, der die­sen TecDax nach­bil­det (593397). Die Trans­ak­tion ist damit aber „nur“ auf Platz 6 unse­res Ran­kings der Top­käufe gemäß Volu­men gekom­men. Die Per­for­mance die­ses ETF beläuft sich für ein Jahr auf 29,53%. Die genann­ten ETFs, die im Schat­ten des „gro­ßen“ Dax inves­tie­ren, haben sich offen­bar im genann­ten Zeit­raum als Per­for­mance­ma­schi­nen erwie­sen, die ihrer­seits DAX-​​ETFs klar in den Schat­ten stell­ten.