Akti­vi­tä­ten

Kom­plett unauf­fäl­lige Trans­ak­tio­nen, so lässt sich das Gesche­hen auf der Kauf– und der Ver­kauf­seite in der Berichts­wo­che zusam­men­fas­sen.

Käufe

In der Berichts­wo­che hatte der Kauf eines ETFs auf den MSCI World die größte Depot­wir­kung. Immer­hin über fünf Pro­zent des Depots bei einer deut­schen Groß­bank beste­hen jetzt aus dem wäh­rungs­ge­si­cher­ten Papier. Der Euro-​​Hedge ist übri­gens ange­sichts der Schwä­che der Ein­heits­wäh­rung gegen den Dol­lar für uns eher ein Zei­chen für ein stra­te­gi­sches, also lang­fris­ti­ges Anla­ge­mo­tiv. Zugleich zeigt es, wie weit die Euro­krise schon weg­ge­rückt scheint. Noch vor einem Jahr wäre die Über­le­gung wohl eher gewe­sen, die Wäh­rungs­ge­winne bei einer wei­ter anhal­ten­den und sich mög­li­cher­weise ver­schär­fen­den Euro­krise aus dem Aus­lands­in­vest­ment als Bonus mit­zu­neh­men. Heute rech­nen pro­fes­sio­nelle Anle­ger schon wie­der mit der ‚Gefahr‘ stei­gen­der Euro-​​Kurse, die im Umkehr­schluss ja Wäh­rungs­ver­luste bei fremd­wäh­rungs­be­stimm­ten Invest­ments bedeu­ten.

Das meiste Geld floss in der Berichts­wo­che in einen Schwellenländer-​​Fonds von Mor­gan Stan­ley. Auf finan​zen​.net heißt es zu dem Pro­dukt der ame­ri­ka­ni­schen Groß­bank: „Das Anla­ge­ziel besteht in der Maxi­mie­rung eines in US-​​Dollar gemes­se­nen Gesamt­er­tra­ges vor­wie­gend durch Anlage in ein brei­tes Spek­trum von Unter­neh­mens­an­lei­hen sowie in Schuld­ti­teln von Regie­run­gen und ande­ren staats­na­hen Emit­ten­ten aus Schwel­len­märk­ten. Der Fonds kann Anla­gen in Wert­pa­piere täti­gen, die zum Zeit­punkt ihres Erwerbs von S&P ein Rating unter­halb von BBB– bzw. von Moo­dys ein Rating unter­halb von Baa3 oder von einer ande­ren inter­na­tio­nal aner­kann­ten Rating-​​Agentur ein ver­gleich­ba­res Rating erhal­ten haben. Absi­che­rung gegen Euro.“ Das heißt, es han­delt sich um einen breit in Invest­ment Grade-​​Anleihen aus Schwel­len­län­der streu­en­den Fonds.

2015 11 NL47 abs Topkäufe

Gesucht waren auch Aktien des fran­zö­si­schen Phar­ma­wer­tes Euro­fins Sci­en­ti­fic. Auf finan​zen​.net heißt es zum Unter­neh­men „Die Euro­fins Sci­en­ti­fic S.A. (Euro­fins) ist einer der in Europa füh­ren­den Anbie­ter im Bereich der Bio­ana­ly­tik. Das Unter­neh­men weist unter Ver­wen­dung sen­si­bler bio­ana­ly­ti­scher Ver­fah­ren Zusam­men­set­zun­gen und damit die Echt­heit oder Rein­heit sowie Her­kunft einer brei­ten Palette von Sub­stan­zen nach. Dar­un­ter fal­len sowohl Kos­me­tika oder Pharm­a­pro­dukte als auch Lebens­mit­tel.“ Ein mög­li­ches Motiv für den Kauf dürfte auch in der Tat­sa­che beste­hen dass das Unter­neh­men wegen guter Geschäfte die Pro­gno­sen für 2015 ange­ho­ben hat. Nach einer for­mi­da­blen Kurs­ent­wick­lung in den ver­gan­ge­nen Jah­ren (In fünf Jah­ren mehr als 500% Plus) sieht die Aktie nicht mehr preis­wert aus. Das KGV für 2016 wird auf über 30 geschätzt, die Divi­den­den­ren­dite liegt bei unter einem Pro­zent.

Im Anlei­hen­be­reich fiel uns eine Nach­rang­an­leihe der nie­der­län­di­schen Rabo­bank auf. Diese Schuld­pa­piere gehö­ren für viele Ver­mö­gens­ver­wal­ter mitt­ler­weile zu den wich­tigs­ten Zins­pa­pie­ren im Anlei­hen­be­reich ihrer Kund­schaft. Mit Nach­rang­an­lei­hen erzielt man noch erstaun­lich hohe Ren­di­ten, in die­sem Fall sind es deut­lich über fünf Pro­zent. Aller­dings ist die Ver­lust­ge­fahr eben auch grö­ßer als in einem nor­ma­len Schuld­schein. Moo­dys schätzt das Papier mit Baa3 ein, also gerade noch mit Invest­ment Grade. Ob der Anle­ger das Risiko solch nach­ran­gig bedach­ter For­de­run­gen tat­säch­lich ent­spre­chend der nied­ri­gen Stel­lung in der Gläu­bi­ger­schlange fair ent­lohnt bekommt, wird wohl nur die Zukunft zei­gen. Vor­sicht scheint uns ange­sichts der immen­sen Nach­frage gebo­ten.