Aktivitäten
In der Berichtswoche wurde ein wenig defensiver investiert als in den Vorwochen. Manche Entscheider wichen auch in „fernere Risikofaktoren“ aus. Wir sehen Gewinnmitnahmen bei Aktien und Fonds, und höhere Investitionen in Anleihen – Unternehmensanleihen und Schwellenländer-Staatsanleihen – sowie in Zertifikate.
Käufe
Erträge von Portfolios sind positiv abhängig vom Risiko und werden entscheidend durch die strategische Assetallocation bestimmt. Im einfachsten, dem „klassischen“ Fall, ist damit das Mischverhältnis von Aktien zu Anleihen gemeint. Auch wenn heute im Zusammenhang mit der Feinstrukturanalyse von Risikofaktoren gerade der Wissenschaftsbereich hochkomplexe statistische Verfahren zur Verfügung stellt, ermöglichen die „klassischen“ Anlageklassen weiterhin eine schnelle, einfache Orientierung. Auch unsere Risikoklassen sind über das Mischverhältnis von Aktien zu Anleihen definiert. Die konservative Risikoklasse (Renten dominieren) etwa weist seit Beginn dieses Jahr bis Ende der Berichtswoche eine durchschnittliche Performance von 2,75 % auf, die moderat-dynamische (Aktien dominieren) Klasse eine Performance von 6,82%. Die Daten, die wir für diesen Newsletter aufbereiten, enthalten allerdings aus praktischen Gründen für die einzelnen Depots keine Angaben zur jeweiligen (strategischen) Assetallocation. Wir sind hier auf die stichprobenweise Befragung von Vermögensverwaltern angewiesen. Bei Käufen und Verkäufen ist somit für den Berichterstatter nicht ohne Weiteres festzustellen, wie sie konkret motiviert sind: strategisch etwa im Rahmen des Rebalancing; taktisch, durch bewusste kurzzeitige Abweichung von der langfristigen Verteilung usw. Dennoch grenzen natürlich die Produkte selber, etwa jene mit Short-Strategie, die möglichen Motive ihrer Käufer ein.
Zugleich reflektiert sich in den Transaktionen die aktuelle Situation der Märkte. Das gilt auch für die Käufe der Berichtswoche.
Der Aktienanteil bei den Käufen war in der Berichtswoche geringer als in den Vorwochen, in denen die Kurse stiegen. Wir erkennen unter den Titeln, die gesucht waren, wie immer „Dauerfavoriten“ oder wenigstens häufiger gefragte Papiere. Dazu zählen u.a.: Anheuser-Busch, Imperial Tobacco, Wolters Kluver, Münchener Rück, Reed Elsevier NV (RELX), auch Heineken. Die meisten dieser Werte haben nach Einschätzung von Analysten weiteres Kurspotential und zahlen hohe Dividendenrenditen von über 4 Prozent. Trotz dieser und weiterer Möglichkeiten lag der Anteil der Aktien am gesamten Kaufvolumen lediglich bei 28 Prozent – gegenüber 45 Prozent in der Vorwoche. Den größten Anteil am Kaufumsatz hatten Festverzinsliche mit 52 Prozent. Hier waren erstens wieder lange gemiedene Staatsanleihen gefragt, zweitens handelte es sich um solche von Schwellenländern. Es waren die im Ranking der Topkäufe gemäß Umsatzvolumen platzierten Anleihen Brasiliens, Uruguays und Südafrikas. Das Motto offenbar: wer die gewohnten Kreise Europas verlässt und etwas mehr riskiert, der gewinnt wahrscheinlich auch etwas mehr. Die bis 2021 laufende Brasilienanleihe ist mit Baa3 (Moody‘s) zwar noch im Bereich der mittleren Sicherheit, aber an der Grenze zu „nicht als Investment geeignet“. Dieses Risiko wird derzeit mit einer Rendite von 4,611% vergolten. Die Uruguay-Anleihe wird immerhin mit Baa2 eine Stufe besser bewertet, die Rendite ist dafür mit 4,188% ein wenig geringer. Das südafrikanische Staatspapier hat die gleiche Risikostufe und rentiert mit 4,108 % nicht sehr viel schwächer.
Das in beiden Kauf-Rankings platzierte Discount-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 (TB4M0F) verspricht eine maximale Rendite zum Zeitpunkt der Fälligkeit in 402 Tagen von 4,25% per annum: denn beim aktuellen Kaufkurs von 27,7 Euro erhält man maximal 29 Euro.
