Die Verwalter setzten in der Berichtswoche weiter auf Aktien – auf Einzelwerte und ETFs – sowie auf Unternehmensanleihen. Mit ersteren lassen sich derzeit zudem einfacher Gewinne realisieren als mit letzteren, wie unsere Verkaufslisten zeigen.
Käufe
In unserem Ranking der Topkäufe gemäß Depotgewicht ist die Aktie des weltweit operierenden Medienunternehmens Reed Elsevier NV drittplatziert. Der Grund dafür sind Käufe im Laufe der Berichtswoche, die sich auf insgesamt knapp 700.000 Euro summierten. Vor einem Jahr bekannte der Schweizer IT-Wissenschaftler Christian Gutknecht in einem online-Beitrag von wisspub.net: „Seit heute bin ich Aktionär von Reed Elsevier“. Das Motto seines Investments: „If you can’t beat them, join them“, denn der neue Kleinaktionär bekannte zugleich: „Zugegeben, ich mag Elsevier nicht besonders. Dies hat viele Gründe. Einer davon ist sicher, dass Elsevier wie kaum ein anderer Verlag die Gewinnmaximierung perfektioniert hat und dabei den Kunden (wissenschaftliche Bibliotheken und Wissenschaftler) heuchlerisch vorgaukelt, in deren Interesse zu handeln.“ Dem Medienunternehmen, dessen Vorgänger 1638 Galileis „Discorsi e Dimostrazioni Matematiche Intorno a Due Nuove Scienze“ verlegten, wird schon lange vorgeworfen, u.a. durch überteuerte Abonnements von Fachzeitschriften die Universitätsbibliotheken zu „schröpfen“. Auch wird immer wieder von Wissenschaftlern das restriktive Urheberrecht des Konzerns kritisiert. Das führte schon häufig zu Boykottaufrufen und „Austritten“ von Wissenschaftlern, zuletzt von Herausgebern der Fachzeitschrift Lingua. Aber die forschende und erfindende Zunft scheint noch kein Allheilmittel gegen Elsevier gefunden zu haben. Vielmehr scheint noch immer zu gelten, was Gutknecht Ende September 2014 geschrieben hat: 
man muss “dieser Firma einfach lassen, dass sie finanziell wahnsinnig erfolgreich ist. Eine Gewinnmarge von 39% sagt alles. Novartis zum Vergleich schafft kaum 27%.“ Zwischenzeitlich firmiert das an der Amsterdamer und der Londoner Börse gelistete Unternehmen unter dem Kürzel RELX Group. Die Dividendenrendite für 2015/16 wird auf 2,6/2,7% geschätzt, das langfristige (bezogen auf die nächsten drei Jahre) Wachstum wird auf knapp über 12% pro Jahr taxiert. Der Kurs der Aktie ging von 13 Euro Ende August auf 15,5 Euro aktuell hoch, was momentan als fairer Preis gilt.
Der im Kaufranking gemäß Umsatzvolumen erstplazierte ETF zielt darauf ab, den STOXX® Europe Mid 200 Index abzubilden. „Der ETF investiert direkt in die im Index enthaltenen Wertpapiere. Der Index bietet Zugang zu europäischen Mid Cap-Aktien, also Aktien, die nach Größe die Plätze 201 bis 400 des STOXX® Europe 600 Index belegen. Der STOXX® Europe 600 Index bildet Unternehmen mit großer, mittlerer und kleiner Marktkapitalisierung (Large, Mid and Small Cap) der entwickelten Volkswirtschaften Europas ab. Der Index ist entsprechend der Freefloat-Marktkapitalisierung gewichtet“ (finanzen.handelsblatt – online). Die Performance des ETFs beträgt für den letzten Monat 4,59%, für das laufende Jahr 16,90 Prozent, über ein Jahr 20,03 %. Zum Vergleich: der iShares STOXX Europe Small 200 (DE) brachte es in der 12-Monats-Frist auf 21,37%, während dieser Ertrag sich beim iShares STOXX Europe Large 200 (DE) auf nur 14,42 Prozent belief. Das könnte für den zuerst von den beiden Finanzwissenschaftlern Fama (der 2013 den sogenannten Wirtschafts-Nobelpreis erhielt) und French für die USA wissenschaftlich bestätigen Zusammenhang sprechen, dass Aktien mit geringer Marktkapitalisierung Mehrerträge bzw. eine Small-Cap-Prämie gegenüber dem Gesamtmarkt und gegenüber Large Caps generieren, ohne dass man hierfür ein größeres Risiko eingehen müsste.
