Akti­vi­tä­ten

Motto der Woche: Euro­päi­sche Aktien und Unter­neh­mens­an­lei­hen rein ins Depot; euro­päi­sche Aktien zur Ver­lust­min­de­rung und Gewinn­rea­li­sie­rung sowie deut­sche Staats­an­lei­hen raus aus dem Depot. Anders gesagt: Sicher­heit, die Ren­dite kos­tet, wird abge­ge­ben, ein wenig mehr Risiko zur Ertrags­stei­ge­rung in bekann­tem Gelände wird ein­ge­kauft.

Top-​​Käufe

Die Sor­gen um China hal­ten wei­ter­hin an. Aber eigent­lich sind es, wenn wir ein­mal ganz ehr­lich sind, gar nicht so sehr die Sor­gen um China, die uns umtrei­ben. Es sind viel­mehr die Sor­gen etwa um die deut­sche Export­wirt­schaft, um die hie­sige Auto­bran­che, um die hei­mi­schen Maschi­nen­bauer, um die Hid­den Cham­pi­ons. Oder, um es noch ein wenig prä­zi­ser, noch wahr­heits­ge­treuer und noch stär­ker an unse­rem Thema ori­en­tiert aus­zu­drü­cken: Am meis­ten bewe­gen uns in Wahr­heit doch die Sor­gen um jene Wert­pa­piere, die wir, viel­leicht auch nur auf­grund eines läss­li­chen home bias, unser Eigen nen­nen. Die­ser home bias könnte auch der Grund dafür sein, dass wir zu sehr auf unsere harte „mate­ri­elle“ Güter her­stel­lende Indus­trie fixiert sind. Aber Sor­gen macht sich in China, wie in der Berichts­wo­che unter ande­rem im Han­dels­blatt zu lesen war, auch ein Her­stel­ler geis­ti­ger Getränke: Der fran­zö­si­sche Spirituosen-​​Hersteller Per­nod Ricard hat im Reich der Mitte mit star­ken Umsatz­ein­bu­ßen zu kämp­fen. So musste er etwa im ers­ten Quar­tal 2015 einen Rück­gang von 9 Pro­zent hin­neh­men. Den­noch konnte Per­nod Ricard seine Erlöse ankur­beln. Im Arti­kel des Han­dels­blatts vom 22. 10. heißt es: „Dank der stei­gen­den Nach­frage in den USA und Europa sei der Umsatz auf ver­gleich­ba­rer Basis um drei Pro­zent auf rund 2,2 Mil­li­ar­den Euro gestie­gen. … Per­nod rech­net im Geschäfts­jahr bis Ende Juni mit einem Umsatz­plus zwi­schen einem und drei Pro­zent. Bei Anle­gern kam dies gut an. Die Aktie legte in Top-Käufe_Gewicht_43-2015

 

Paris drei Pro­zent zu und gehörte damit zu größ­ten Gewin­nern im CAC-​​40-​​Index.“ Eine von uns erfasste Ver­mö­gens­ver­wal­tung kaufte denn auch in der Berichts­wo­che Aktien des Unter­neh­mens im Wert von über 400.000 Euro, was die­ses Invest­ment an die Spitze unse­res Top-​​Kauf-​​Rankings gemäß Volu­men hievte.

 

Kom­men wir nun den­noch zu einem deut­schen Auto­mo­bil­un­ter­neh­men und wen­den wir uns ohne große Vor­rede gleich der Ana­lys­ten­ein­schät­zung von HSBC zu, die am 22.10. ver­öf­fent­licht wor­den ist (dpa): „Die bri­ti­sche Invest­ment­bank HSBC hat das Kurs­ziel für BMW vor Zah­len von 110 auf 92 Euro gesenkt, aber die Ein­stu­fung auf ‚Hold‘ belas­sen. Das dritte Quar­tal dürfte für den Auto­bauer ordent­lich gewe­sen sein, schrieb Ana­lyst Horst Schnei­der in einer Stu­die vom Don­ners­tag. Seine Erwar­tung für den ope­ra­ti­ven Gewinn (Ebit) liege wegen star­ker Absätze und hoher Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men über der Kon­sens­schät­zung. Aller­dings habe dies an Einmal-​​Effekten gele­gen, die sich im vier­ten Quar­tal zum Teil umkeh­ren dürf­ten. Die Aktie sei im Ver­gleich zu den Kon­kur­ren­ten bereits hoch bewer­tet und für den Kurs fehl­ten lang­fris­tige Impulse.“ Schaut man sich die aktu­el­len Ana­lys­ten­ein­schät­zun­gen für den Monat Okto­ber bei finan​zen​.net an, dann sind die Ratings der BMW-​​Aktie doch sehr durch­mischt: Kauf-​​, Halte– und Ver­kaufs­emp­feh­lun­gen wur­den in die­sem Zeit­raum unge­fähr gleich häu­fig aus­ge­spro­chen. In den Mona­ten August und Sep­tem­ber über­wo­gen hin­ge­gen Halte-​​Ratings. Inso­fern hat sich die durch­schnitt­li­che Bewer­tung der Ana­lys­ten im Hin­blick auf die BMW-​​Aktie in den letz­ten Wochen ver­schlech­tert. Das änderte aber offen­bar nichts daran, dass BMW für eine andere Gruppe von Per­so­nen nach wie vor hoch im Kurs steht. In der Online-​​Ausgabe des Mana­ger Maga­zins war vor eini­gen Tagen (23. 10.) zu lesen, dass gerade SUVs von BMW im Ran­king der in Deutsch­land geklau­ten Autos ganz oben ste­hen.